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Re: OT: KBST-Brief
- From: "E. Kuch" <fannetcom gmx de>
- To: <redhat-list-de redhat de>
- Subject: Re: OT: KBST-Brief
- Date: Wed, 12 Apr 2000 17:34:00 +0200
Howha Liste,
Ich hab' mal folgenden Antrag bis zum Landeskongress durchgebracht.
Es freut mich sehr, wenn ich dazu von Euch viele Anregungen bekomme.
----snipp Antrag-----
Antrag zum liberalen Jugendtag der F.D.P./DVP-Landtagsfraktion
für den Landeskongress am 28./29.04.2000
Antragsteller: Eric Kuch
Antragsfrist endet am 08. April 2000
Umstellung der EDV der Bundesverwaltung auf "freie Open Source Software".
-------------------------------------------------------------------------
Informationen zum KBSt-Brief Nr. 2/2000.
----------------------------------------
Im Februar 2000 erstellte die KBSt (Koordinierungs- und Beratungsstelle der
Bundesregierung für Informationstechnik in der Bundesverwaltung im
Bundesministerium des Inneren; Referat O 6) ein öffentliches Schreiben über
Open Source Software (OSS), das auch von Rudolf E. Bahr (BSI, Bundesamt für
Sicherheit in der Informationstechnik) verfaßt wurde.
OSS ist Software, deren Programmcode für jeden einsehbar und nachvollziehbar
ist. "Frei" bedeutet, daß die Software frei nach eigenen Vorstellungen
verändert, kopiert, verwendet und weitergegeben werden darf
(Microsoft-Windows bietet dies nicht). "Frei" bedeutet, daß es für den
Datenschutz der BRD von Vorteil ist, da die Software auch spezifisch
verändert werden kann.
OSS wird in Form von Linux/BSD zunehmend in der Industrie mit Erfolg
eingesetzt und hat sich als äußerst zuverlässige Lösung erwiesen. (Ich
selbst setze Linux u.a. auch für die JuLis ein; seit über einem Jahr als
Server ohne einen einzigen Absturz, und sehr performant)
In der Verarbeitung von Verschlusssachen steht der Aspekt der
Vertraulichkeit im Vordergrund. Die amerikanischen Exportbestimmungen, die
entweder schwache Verschlüsselung, oder nur den Export mit einem
"Nachschlüssel" vorschreiben, ist im Bezug auf Datenschutz und
(Wirtschafts-) Spionage nicht mehr hinnehmbar (siehe BSI).
Im Bürobereich existieren ebenso freie Office-Pakete, wie z. B. Star-Office,
das auch die Dateiformate von MS-Office umwandeln kann, und somit keine
Migrationsprobleme bietet. Sowie kommerzielle Produkte wie SAP sind auf
Linux voll lauffähig. Aber auch für Programme, die noch nicht auf z.B.
GNU/Linux portiert wurden, gibt es eine Möglichkeit, in einer VM (virtuelle
Maschine) Windows komplett in einem Fenster laufen zu lassen.
Nicht zu vergessen ist auch der Kostenaspekt. Ein Büro-PC mit Windows kostet
laut dem original KBSt-Brief ca. 800-1000 DM ein Server-PC ca. 2000-3000 DM
an Softwarekosten. Für JEDEN PC in JEDER Behörde.
Der Support von OSS ist 7Tage/Woche/24h durch zahlreiche deutsche Firmen
gesichert. Es können deutsche Programmierer zur Unterstützung hinzugezogen
werden, was unserem Arbeitsmarkt sicher guttut. Linux z.B. wird mittlerweile
von knapp 16 Millionen Anwendern genutzt.
Der Umstieg sollte jetzt erfolgen, bevor die Umstellung auf Windows 2000
kommt, durch die sehr viel Hardware neu gekauft werden müßte, da die alte zu
schwach wird, aber unter GNU/Linux noch lange lauffähig wäre. Ein neuer PC
schlägt mit ca. 3000-4000 DM zu Buche.
Fazit:
Mit Linux oder FreeBSD als Betriebssystem und ergänzender Open Source
Software und kommerzieller Software auf OSS-Betriebssystemen steht ein
stabiles, preiswertes, ressoucenschonendes, sicheres und von ausreichend
Beratungsfirmen unterstütztes Rechnersystem auch für die professionelle
Büroumgebung zur Verfügung. Dies gilt sowohl für den Client- als auch für
den Serverbereich. Insbesondere durch die große Resonanz im Umfeld der
IT-Industrie bietet GNU/Linux heutzutage einen guten Investitionsschutz.
Deshalb fordern die Jungen Liberalen:
I.)
Daß die EDV der Bundesverwaltung auf "freie Open Source Software"
umgestellt wird.
II.)
Eine Koordinierungsstelle gegründet wird, die folgende Mitglieder enthält:
KBSt., BSI, Profis aus der Industrie.
Diese Stelle gilt als Anlaufstelle für die zu diesem Zweck gegründeten
Gremien der einzelnen Verwaltungen/Dienststellen.
III.)
Der "offene KBSt-Brief Nr. 2/2000" wurde auf geheis "von oben" vom
Internet-Server http://linux.kbst.bund.de genommen. Er soll dort wieder
vollständig erscheinen.
(Innerhalb von 3 Tagen wurden ca. 5000 Unterschriften gesammelt.)
Weitere Informationen:
www.nsarc.de (Network Security Agency - Research Center.)
www.iddn.de (International Digital Defence Network - Deutschland.)
www.blue-screens.de (Privat von mir.)
www.bsi.de (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.)
www.bmwi.de (Bundesministerium des Inneren.)
www.gpg.org (GnuPG; GNU-Privacy-Guard; freies PGP aus Deutschland.)
http://www2.linuxtag.de/2000/deutsch/showarticle.php3?id=0006
http://www.kbst.bund.de/papers/briefe/02-2000/ (Dummy-Brief; Original weg.)
http://www2.linuxtag.de/2000/deutsch/shownews.php3?id=0042
http://members.tripod.de/cnstat/brief/brief2-2000.html (Der Original-Brief.
Es gehen aber Gerüchte um, daß nicht alles original ist.)
http://www.heise.de/newsticker/data/odi-15.03.00-001/
http://www.heise.de/newsticker/data/odi-23.03.00-000/
http://www2.linuxtag.de/2000/deutsch/shownews.php3?id=0044
(Unterschriften-Aktion dagegen.)
----snipp Antrag-----
Sollte jemand von euch eine Moeglichkeit sehen, diesen Antrag
zu unterstuetzen, oder jemanden kennen, der dies wuerde;
nur zu. Mailt mir an eric kuch blue-screens de
Vielen Dank fuer Euer Interesse.
Cheerio,
Eric
--
c:\winnt>secure_nt.exe
Securing NT. Insert Linux boot disk to continue......
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