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Re: Fast Ethernet und Samba
- From: SPATZ1 t-online de (Frank Schneider)
- To: redhat-list-de redhat de
- Subject: Re: Fast Ethernet und Samba
- Date: Wed, 22 Mar 2000 18:26:59 +0100
Hallo...
"Lukas Weberruß
>
> Hi Robert!
>
> Am Mit, 22 Mär 2000 schrieben Sie:
> >
> > [...]
> > Um mal wirklich einen Überblick über die W95-2.0.35 Leistung zu bekommen habe
> > ich beide Rechner per Crossover kurzgeschlossen und mit Dateien gequält. Wie
> > mißt Ihr denn eure TCP Verbindungen? In der Liste gingen vor längerer Zeit
> > einige Werte herum - aber wie wurden die gemessen?
Also ich meß sowas immer so:
Zwei Rechner, 100MBit-Karten auf Halbduplex (wie das bei der 3Com905
geht:
http://cesdis.gsfc.nasa.gov/linux/drivers/vortex.html), ein 100MBit-Hub.
Dann ftp-Übertragungen von verschiedenen Filegrößen "von links nach
rechts" (nicht gleichzeitig!)
Dabei kommen dann bei zwei Linux-Clients Werte zwischen 4 und 6
Megabyte/sec heraus.
(Je nach Platte, CPU, RAM, etc.)
Bei Win und Linux (Samba) sind die Werte etwas niedriger, aber ähnlich.
Bei Verwendung eines 100MBit Switches kann man bei beiden Rechnern
100MBit/FullDuplex
fahren, da sind dann nochmal 10-20% mehr drin, wenns der Switch abkann
und die Karten
auch schön Vollduplex fahren.
>
> Ich ueberpruefe die Verbindungsqualitaet meiner Rechner mit "bing" (einem
> Linux/Unix Programm). Bing setzt allerdings direkt auf tcp/ip auf.
Noch ein Problem von BING:
Es ignoriert völlig, das der "angebingte" Host ja auch Zeit braucht, um
die Pakete zu reflektieren.
(Speziell Netzwerkkomponenten tendieren dazu, ein eintreffendes
Ping-Paket erstmal 100ms "abtropfen" zu lassen, bevor sie es
reflektieren...)
Daraus resultieren dann sehr miese Werte (3-5MBit/sec, selbst bei
vollgeswitchtem 10MBit-Netz).
Bei Modem-Verbindungen stimmen die Werte halbwegs.
Bei 100MBit-Netzen würde ich von dem Tool abraten....
> Vergleichswerte ueber samba bringen erheblich niedrigere Werte.
Nicht unbedingt: Unter gewissen Voraussetzungen (das Proggi schreibt
*nicht* auf Platte,
sondern kopiert das angeforderte File *nur* in den Speicher) liest das
Win95 meines Daddy Daten mit ca
7MByte/sec (100MBit-Netz) vom Server runter....das ist für
100MBit-Ethernet nahezu 100% Auslastung.
(10MBit kann ca. 960Kilobyte/sec, 100MBit ca. 9,6 Megabyte/sec, da aber
auch Bestätigungspakete
übermittelt werden müssen, sind bei Half-Duplex-Anbindungen ca. 0,8
(10MBit) bzw. 8 (100MBit)
Kilobyte/sec möglich.
Hinzu kommt, das Ethernet ja auch Pakete "verliert" (durch Kollisionen,
z.b.), die dann erneut
übertragen werden müssen, etc.
Das Problem bei Samba ist meist nicht der Server, sondern der Client:
Während Linux als Server noch nahezu perfekt cached und daher bei
Filegröße<<Hauptspeicher
praktisch aus einer RAM-Disk arbeitet, macht Win95/98/NT das definitiv
nicht, d.h. das empfangene/gesendete File wird immer von der Platte
geholt, und das verfälscht die Ergebnisse.
Speziell bei 100MBit mißt man in 80% aller Fälle den Speed der
Windows-Festplatte (meist zwischen
3 und 5 Megabyte/sec) bzw. die Effizienz des Plattencontrollers...
> Soviel ich weiß ist die tcp/ip Implementierung von Linux 2.0.xx eher als
> schlecht zu bezeichnen. Wenn du auf einen guten Durchsatz angewiesen bist,
> solltest du deshalb an einen update denken.
Also um nen 100MBit-Segment mit nem Pentium PRO zu fluten, dazu hat es
bei mir immer gereicht.
Natürlich ist der Stack des Kernel 2.2 besser...
> Zum Test kannst du bezueglich samba auch eine Kombination aus "time -v" und
> "smbclient" nehmen:
> time -v smbclient //server/share -c put file file
> oder
> time -v smbclient //server/share -c get file file
>
> Zur Bestimmung der Dateigroesse empfehle ich eine Groesse kleiner als der
> _verfuegbare_ RAM, um den Betriebssystemen zu erlauben, die Daten von Platte im
> Cache zu halten (zumindest Linux macht das perfekt!!!).
> Vorallem ignoriere den ersten Test (naja einmal muessen die Daten ja von Platte
> gelesen werden)
Wenn nicht explizit Samba getestet werden soll, so empfiehlt sich als
Übertragung
ftp. Erstens rechnet der den Speed gleich selber aus :-), zweitens ist
das ftp-Protokoll
bedeutend effizienter als das LANManager-Gelumpe aus Redmond...
> Mfg
> Lukas
>
> >
> > Das sind meine Werte:
> > ------------
> > W95c <---crossover----> 2.0.35,samba-1.9.18p8
> > (ohne TCP patch oder TCP tuning)
> > K6-2 400, 3com905B TX, UDMA2 M2 233, 3com905B TX,UDMA2
> >
> >
> > Messhilfsmittel: eine analoge Junghans Funkuhr, Ablesefehler ~0,5sec
> >
> > -------------------28.8MB (netscape cache folder, 3727 files) kopieren:
> > 1a)w95 -> linux 2.0.35 [min:sec] 4:55 - ^= 295sec -> 28,8/295=0,0977MB/s
> > 1b)linux 2.0.35 -> w95 3:25 - ^= 205sec -> 28,8/205=0,1405MB/s
Hier kommen Track-Effekte dazu, die das Ergebnis verfälschen:
Jedes winzige File muß geöffnet, geschrieben und wieder geschlossen
werden.
Bei kleinen Files kann das Faktoren länger dauern, als die eigentliche
Übertragung. Deshalb Netz- oder Platten-Speeds immer mit großen Files
testen,
wenn nicht gerade genau dieser Effekt gemessen werden soll.
> > -------------------17183KByte tiff Bild kopieren:
> > 2a)w95 -> linux 2.0.35 0:~2,5 - -> 17183/2,5=6873,2KB/s
> > 2b)linux 2.0.35 -> w95 0:~1,5 - -> 17183/1,5= 11455,3KB/s
> > -------------
Der letzte Wert dünkt mir etwas hoch, wegen der Meßgenauigkeit (0,5sec)
könnte auch
eine Meßunsicherheit vorliegen.
Sonst sind die Werte aber i.o., Linux ist schneller, klar, er cached das
File natürlich,
Win95 cached weniger/gar nicht und ist zusätzlich durch einen miesen
TCP/IP-Stack
im Nachteil.
Bei einem Crossover-Kabel könnten beide Stationen mit FullDuplex
arbeiten, dann wäre
evtl. noch mehr drin...
Wenn beide LAN-Karten auf "Autosensing" eingestellt waren, könnten sie
sich sogar auf 100/Full geeinigt haben...
Schau mal, ob bei "ifconfig" Kollisionen angezeigt werden: Wenn nicht,
arbeiten beide Stationen ziemlich sicher mit FullDuplex.
Einen Hinweis kann auch der Kartentreiber auf Windows-Seite geben.
> > Schon ziemlich interessant, besonders wenn man das umgekehrte Zeitverhältnis bei
> > Bild und Folder beachtet. Samba würde angeblich cachen, vielleicht deshalb -
> > aber nach welchen Regeln arbeitet der Algorithmus?
> >
> > 2b kommt relativ nah an die 100Mbit/s (^=12800KB/s), die C'T kommt in 16/99 bei
> > derselben Karte auf 4111KB/s - aber welche Daten und welcher Richtung?
Richtig. Und mit welchem OS und mit welcher Platte ?
Die 100Mbit/s mit 12800KB/s gleichzusetzen, halte ich für sehr gewagt.
Das geht bei Netzen mit geregeltem Zugriffsverfahren (FDDI, z.b.), aber
nicht bei Ethernet.
Ab 60-70% Last auf einem Ethernetsegment sagt man, das Netz sei "zu",
denn der Prozentuale
Anteil an Kollisionen und Frame-Bruchstücken liegt bereits bei 20-30%,
d.h. die Nutzdatenrate
liegt bereits wieder unter 50%...
Solong..
mfg Frank.
--
Frank Schneider, <spatz1 t-online de>
Microsoft isn't the answer.
Microsoft is the question, and the answer is NO.
...-.-
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