C.4. Probleme nach der Installation

C.4.1. Probleme mit dem grafischen GRUB Bildschirm auf einem x86-basierten System?

Wenn Sie aus irgendeinem Grund Problemem mit GRUB haben, so müssen Sie eventuell den grafischen Boot-Bildschirm deaktivieren. Dazu müssen Sie als root die Datei /boot/grub/grub.conf bearbeiten.

Kommentieren Sie dazu die Zeilen, die mit splashimage beginnen, in der Datei grub.conf aus, indem das Zeichen # an den Anfang dieser Zeile gesetzt wird.

Drücken Sie [Enter], um den Bearbeitungsmodus zu verlassen.

Sobald Sie zum Bootloader-Bildschirm zurückgekehrt sind, tippen Sie den Befehl b, um das System zu booten.

Nachdem Sie neu gebootet haben, wird die Datei grub.conf neu gelesen und Ihre Änderungen werden wirksam.

Sie können den grafischen Boot-Bildschirm wieder aktivieren, indem Sie die oben genannte Zeile wieder in der Datei grub.conf hinzufügen und neu booten.

C.4.2. Booten in eine grafische Umgebung

Wenn Sie das X Window System installiert haben, aber nach Ihrer Anmeldung im Red Hat Enterprise Linux System keine grafische Desktop-Umgebung erscheint, starten Sie die grafische Oberfläche des X Window Systems einfach mit dem Befehl startx.

Wenn Sie diesen Befehl eingeben und dann die [Enter-Taste], wird die grafische Desktop-Umgebung angezeigt.

Bitte beachten Sie jedoch, dass dies nur ein einmaliger Fix ist und sich der Log-In-Vorgang dadurch langfristig nicht ändert.

Um Ihr System so einzurichten, dass Sie sich in einer grafischen Oberfläche anmelden können, müssen Sie die Datei /etc/inittab bearbeiten, indem Sie nur eine einzige Zahl im Runlevel-Abschnitt ändern. Wenn Sie damit fertig sind, starten Sie Ihren Computer neu. Wenn Sie sich dann das nächste mal anmelden, erhalten Sie eine grafische Oberfläche, um sich anzumelden.

Öffnen Sie nun ein Shell-Prompt. Wenn Sie mit Ihrem Benutzeraccount angemeldet sind, wechseln Sie zu root mittels dem su Befehl.

Geben Sie nun gedit /etc/inittab ein, um die Datei mit der Applikation gedit zu bearbeiten. Die Datei /etc/inittab wird geöffnet. Innerhalb des ersten Bildschirms erscheint ein Abschnitt der Datei, der wie folgt aussieht:

# Default runlevel. The runlevels used by RHS are:
#   0 - halt (Do NOT set initdefault to this)
#   1 - Single user mode
#   2 - Multiuser, without NFS (The same as 3, if you do not have networking)
#   3 - Full multiuser mode
#   4 - unused
#   5 - X11
#   6 - reboot (Do NOT set initdefault to this)
# 
id:3:initdefault:

Um von der Konsole auf ein grafisches Login umzuschalten, müssen Sie die Zahl in der Zeile id:3:initdefault: von 3 auf 5 ändern.

WarnungWarnung
 

Ändern Sie nur den Wert des Standard-Runlevels von 3 auf 5 um.

Die geänderte Zeile sollte wir folgt aussehen:

      	id:5:initdefault:
      
    

Wenn Sie mit der Änderung zufrieden sind, speichern und schließen Sie die Datei, indem Sie [Strg]-[Q] drücken. Eine Nachricht erscheint mit der Frage, ob Sie die Änderungen speichern möchten. Klicken Sie auf Speichern.

Wenn Sie sich das nächste mal nach dem Neustart anmelden, so erhalten Sie eine grafische Anmelde-Aufforderung.

C.4.3. Probleme mit dem X Window System (GUI)

WennSie X nicht starten können, kann das darauf zurückzuführen sein, dass Sie das X Window System während der Installation nicht installiert haben.

Wenn Sie X verwenden möchten, können Sie entweder die Pakete von der Red Hat Enterprise Linux CD-ROM installieren oder ein Upgrade durchführen.

Wenn sie sich für ein Upgrade entscheiden, wählen Sie während des Upgrades die X Window System-Pakete aus, und wählen Sie GNOME, KDE oder beide während des Upgrade Paketauswahl-Prozesses aus.

C.4.4. Probleme mit X-Server-Abstürzen und Nicht-Root-Benutzern

Wenn Sie Probleme mit X-Server-Abstürzen haben, sobals jemand nicht als root angemeldet ist, dann ist höchstwahrscheinlich Ihr Dateisystem zu voll (oder Sie besitzen ungenügend Festplattenplatz).

Um sicherzugehen, dass dies das eigentliche Problem ist, führen Sie folgenden Befehl aus:

     
df -h

Der Befehl df hilf Ihnen bei der Diagnose, welche Partition voll ist. Für zusätzliche Informationen über df und einer Erläuterung der vorhandenen Optionen (wie z.B. die Option -h, wie in diesem Beispiel verwendet), gehen Sie zur df man-Seite, indem Sie den Befehl man df eingeben.

Ein Schlüsselindikator ist 100% voll oder ein Prozentsatz über 90% oder 95% auf einer Partition. Die Partitionen /home/ und /tmp/ können sich manchmal ziemlich rasch mit Benutzer-Dateien auffüllen. Sie können auf dieser Partition etwas Platz machen, indem Sie alte Dateien entfernen. Nachdem Sie dadurch wieder etwas Festplattenplatz gewonnen haben, versuchen Sie X als der zuvor erfolglose Benutzer ablaufen zu lassen.

C.4.5. Probleme beim Anmelden

Wenn Sie bei der Installation im Setup Agent keinen Benutzeraccount erstellt haben, müssen Sie sich als root anmelden und das root-Passwort verwenden.

Wenn Sie sich an Ihr root-Passwort nicht erinnern können, müssen Sie Ihr System durch Eingabe von linux single booten.

Benutzer von Itanium-Systemen müssen Bootbefehle mit elilo gefolgt vom Bootbefehl eingeben.

Wenn Sie ein x86-basiertes System verwenden und GRUB Ihr installierter Bootloader ist, geben Sie nach dem Laden des GRUB-Anmeldebildschirms zur Bearbeitung den Befehl e ein. Daraufhin erscheint in der Konfigurationsdatei eine Positionsliste für die von Ihnen ausgewählte Bootkennung.

Wählen Sie die Zeile, die mit kernel beginnt und geben Sie e ein, um diese Booteingabe zu bearbeiten.

Fügen Sie am Ende der Zeile kernel folgendes hinzu:

single

Drücken Sie die [Enter-Taste], um den Bearbeitungsmodus zu verlassen.

Sobald Sie sich wieder im GRUB-Bildschirm befinden, geben Sie b ein, um das System zu booten.

Nachdem Sie unter Verwendung von GRUB oder LILO in den Einzelbenutzermodus gebootet haben und Zugriff auf den Prompt # haben, müssen Sie den Befehl passwd root eingeben, mit dem Sie ein neues Passwort für root eingeben können. Danach können Sie mit dem Befehl shutdown -r now Ihr System mit dem neuen Passwort erneut booten.

Wenn Sie sich nicht mehr an das Passwort Ihres Benutzeraccounts erinnern können, müssen Sie sich als root anmelden. Geben Sie zu diesem Zweck su - und Ihr root-Passwort ein, wenn Sie dazu aufgefordert werden. Geben Sie anschließend passwd <username>. Dadurch können Sie ein neues Passwort für den angegebenen Benutzeraccount eingeben.

Wird der grafische Anmeldebildschirm nicht angezeigt, sollten Sie Ihre Hardware auf Kompatibilitätsprobleme überprüfen. Die Hardware-Kompatibilitätsliste finden Sie unter:

http://hardware.redhat.com/hcl/

C.4.6. Wurde Ihr RAM nicht erkannt?

Manchmal erkennt der Kernel nicht den kompletten Speicher (RAM). Sie können dies mit dem Befehl cat /proc/meminfo überprüfen.

Überprüfen Sie, ob die angezeigte Größe des RAM mit der tatsächlichen Größe des RAM in Ihrem System übereinstimmt. Ist dies nicht der Fall, fügen Sie folgende Zeile zur Datei /boot/grub/grub.conf hinzu:

mem=xxM

Ersetzen Sie xx durch die Größe des RAM in Megabyte.

In der Datei /boot/grub/grub.conf würde obiges Beispiel etwa wie folgt aussehen:

#NOTICE: You have a /boot partition. This means that
#        all kernel paths are relative to /boot/
default=0
timeout=30
splashimage=(hd0,0)/grub/splash.xpm.gz
title Red Hat Enterprise Linux (2.4.21-1.1931.2.399.ent)
        root (hd0,0)
        kernel /vmlinuz-2.4.21-1.1931.2.399.ent ro root=/dev/hda3 mem=128M

Nach dem Neustart sind die an grub.conf vorgenommenen Änderungen in Ihrem System wirksam.

Nachdem Sie den GRUB Boot-Bildschirm geladen haben, geben Sie zum Bearbeiten e. Es erscheinen die Zeilen der Konfigurationsdatei für die Bootkennung, die Sie gewählt haben.

Wählen Sie die Zeile, die mit kernel beginnt, und geben Sie e zum Bearbeiten dieses Boot- Eintrags ein.

Fügen Sie am Ende der Zeile kernel folgendes ein:

mem=xxM

wobei xx für die Größe des RAM in Ihrem System steht.

Drücken Sie die [Enter-Taste] um den Bearbeitungsmodus zu beenden.

Sobald der Bootloader-Bildschirm wieder erscheint, geben Sie b ein, um Ihr System zu booten.

Benutzer von Itanium-Systemen müssen Bootbefehle mit elilo, gefolgt vom Bootbefehl angeben.

Denken Sie daran, xx durch die Größe des RAM in Ihrem System zu ersetzen. Drücken Sie zum Booten die [Enter-Taste].

C.4.7. Ihr Drucker funktioniert nicht

Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie Ihren Drucker einstellen sollen oder wenn er nicht ordnungsgemäß arbeitet, versuchen Sie, die Anwendung Printer Configuration Tool zu verwenden.

Geben Sie an einem Shell-Prompt den Befehl system-config-printer ein, um Printer Configuration Tool zu starten. Wenn Sie nicht als root angemeldet sind, werden Sie aufgefordert, das root-Passwort einzugeben, um fortfahren zu können.

C.4.8. Probleme mit der Sound-Konfiguration

Wenn nach der Installation aus irgendeinem Grund die Soundausgabe nicht funktioniert, und Sie sicher sind, dass Sie eine Soundkarte installiert haben, können Sie das Dienstprogramm Sound Card Configuration Tool (system-config-soundcard) ausführen.

Um das Programm Sound Card Configuration Tool zu benutzen, wählen Sie Hauptmenü => Systemeinstellungen => Ermittlung der Soundkarte. Sie werden mittels einer kleinen Textbox aufgefordert, Ihr root-Passwort einzugeben.

Sie können auch den Befehl system-config-soundcard am Shell-Prompt eingeben, um die Anwendung Sound Card Configuration Tool zu starten. Wenn Sie nicht als root angemeldet sind, werden Sie aufgefordert, Ihr root Passwort einzugeben.

Um das textgestützte Konfigurationstool als root zu starten, geben Sie sndconfig in ein Terminal-Fenster ein. Bitte beachten Sie, dass die sndconfig Applikation nicht standardmäßig installiert, aber auf der Red Hat Enterprise Linux CD-ROM vorhanden ist.

Wenn trotz Sound Card Configuration Tool der Sound nicht funktioniert (wenn das Beispiel nicht abgespielt wird, und Sie weiterhin keinen Sound haben), gibt es Alternativen, die jedoch nicht ganz so einfach zu bedienen sind wie Sound Card Configuration Tool. Sie können die Datei modules.conf bearbeiten (diese Methode ist für die meisten Neuanwender nicht geeignet), oder die Dokumentation Ihrer Soundkarte konsultieren.

C.4.9. Apache-gestützter httpd Service/Sendmail blockiert beim Start

Wenn Sie Probleme mit dem Apache-gestützten httpd Service haben oder Sendmail beim Start blockiert, vergewissern Sie sich, dass die Datei /etc/hosts folgende Zeile enthält:

127.0.0.1  localhost.localdomain  localhost

C.4.10. Probleme mit NVIDIA Chip-Set

Wenn Sie ein NVIDIA Chip-Set verwenden oder Ihren Kernel aktualisiert haben, können Probleme mit der Grafikkarte, wie zum Beispiel keine Ausgabe, auftreten.

Wenn bei Ihnen ein ähnliches Problem aufgetreten ist, sollten Sie die neuesten Kerneltreiber für Ihr NVIDIA Chip-Set herunterladen. Weitere Informationen finden Sie unter:

http://www.nvidia.com/view.asp?IO=linux_display_1.0-3123