Heute hat Red Hat asago angekündigt, ein gemeinschaftliches Open Source-Projekt für KI-Sicherheit in Partnerschaft mit Alquimia AI, Brave Software, der EvalEval-Koalition, IBM Research, der Interdisciplinary Transformation University Austria, Microsoft, dem MIT Lincoln Laboratory, der North Carolina State University, NVIDIA und dem Alan Turing Institute. In diesem Blog-Beitrag möchte ich näher erläutern, warum eine neue Community notwendig ist, welche Ziele wir verfolgen und wie der aktuelle Stand ist.

Das Open Source-Ökosystem für KI-Sicherheit ist vielfältig. Es gibt viele ausgereifte Projekte in den Themenbereichen wie Guardrails (Leitplanken), Evals, Red Teaming und agentischer Sicherheit. Diese werden durch umfassende Risiko-Frameworks, Ontologien und Mappings ergänzt. Diese wichtigen Projekte erfordern eine kontinuierliche Weiterentwicklung. Das KI-Sicherheitsteam von Red Hat arbeitet mit vielen dieser Upstream-Communities zusammen, leistet Beiträge und wird dies auch künftig tun.

Zusätzliche Herausforderungen für Unternehmen im Bereich KI-Sicherheit

Typische Unternehmen stehen jedoch über diese Tools hinaus vor weiteren Herausforderungen. Beim Onboarding neuer, potenziell individuell entwickelter KI-Agenten sind weitere Stakeholder, Assets und Prozesse beteiligt, die von bestehenden Tools nicht abgedeckt werden.

Das Onboarding neuer Agenten folgt in der Regel diesem Prozess:

  • Richtlinienentwicklung: Teams erstellen schriftliche Richtliniendokumente, welche die Vorgaben für den KI-Einsatz im Unternehmen festlegen. Dabei beziehen sie sich häufig auf externe Vorschriften wie die KI-Verordnung der EU und ergänzen diese teils durch spezifische Einschränkungen für einzelne Use Cases (etwa strengere Regeln für KI-Agenten im Kundenkontakt).
  • Risikoextraktion: Diese Dokumente müssen analysiert werden, um die darin enthaltenen theoretischen Risiken zu identifizieren.
  • Risikopriorisierung: Es muss entschieden werden, welche dieser theoretischen Risiken auf den spezifischen Agenten zutreffen und welche technischen Risiken tatsächlich testbar sind.
  • Generierung von Szenarien und Red Teaming: Technische Teams entwickeln anschließend Testszenarien für diese Risiken und führen sie in bestehenden Red Teaming-Frameworks aus.
  • Iteration: Anschließend werden die Ergebnisse interpretiert, Leitplanken oder andere Korrekturen angewendet und der Agent erneut getestet, bis er bereit für das Deployment ist. Ein manueller Prozess verursacht jedes Mal einen erheblichen Mehraufwand.

Dieser Prozess führt zu verzögerten Freigaben und lückenhaften Audit-Trails. Dadurch lässt sich gegenüber internen oder externen Auditoren nur schwer nachweisen, was tatsächlich unternommen wurde.

Mit asago Probleme gemeinsam lösen

Das Projekt asago soll diese Herausforderungen bewältigen. Wir unterstützen Unternehmen dabei, ihre KI-Richtlinien in die Produktion zu überführen, ohne dass dafür Fachwissen für KI-Sicherheit erforderlich ist. Unser Ziel ist es nicht, bestehende Tools für KI-Sicherheit zu ersetzen. Vielmehr fungiert asago als Orchestrierungsschicht, um die Komponenten des IT-Ökosystems miteinander zu verbinden. Wir integrieren die besten verfügbaren Tools und schließen bestehende Lücken.

Dies muss natürlich ein gemeinschaftlicher Prozess sein. Wir sind überzeugt, dass kein Unternehmen dies allein bewältigen kann oder sollte. Angesichts der Vielfalt an Richtliniendokumenten, Modell- und Agententypen sowie Bereitstellungskontexten erfordert ein solches Projekt unterschiedliche Standpunkte. Vielfältiges Fachwissen ist dabei unverzichtbar.

Deshalb arbeiten wir mit Partnern aus Technologieunternehmen, Forschungseinrichtungen, Community-Allianzen und Regierungsorganisationen zusammen. Gemeinsam entwickeln wir nicht nur den Code, sondern stellen auch sicher, dass wir die relevanten Fragen stellen und beantworten. Als globale Community müssen wir eine ausreichende sprachliche und geografische Repräsentation sicherstellen. Wir starten mit Partnern in den USA, im Vereinigten Königreich und in Europa. Wir laden weitere Mitwirkende ein, sich uns über die unten stehenden Links anzuschließen.

Eine sich weiterentwickelnde technische Architektur

Die technische Architektur wird sich mit dem Projekt weiterentwickeln. Hier ist unsere erste Vorschau. Das Verfahren ist in 2 Abschnitte unterteilt:

Flowchart: Policies go to Policy Mapper, then to Summarize to Conversation, creating Summaries

Abbildung 1: Blaue Knoten stellen Daten dar. Gelbe Knoten stellen funktionale Komponenten dar.

Vom Richtliniendokument zu Szenarien

Im ersten Abschnitt werden Risiken aus Richtliniendokumenten extrahiert und dem IBM Risk Atlas zugeordnet. Diese in einer Risk Card indexierten Risiken decken die gesamte Bandbreite der theoretischen Risiken ab, die Gegenstand der Richtlinie sind. Einige davon sind technische Risiken, die sich mit asago automatisieren und beheben lassen. Die Hauptkomponente hierfür ist der Policy Mapper.

Die nächste Herausforderung besteht darin, das passende Szenario für das Red Teaming zu erstellen. Dies ist noch nicht spezifisch für eine bestimmte Library. Der Scenario Generator bewertet die Besonderheiten des jeweiligen Agenten im Hinblick auf die identifizierten Risiken und prüft die erforderlichen Testarten. Diese bilden das Szenario. An diesem Punkt verfügen wir über eine Reihe von Szenarien. Diese können für den spezifischen Agenten im Kontext der Unternehmensrichtlinien evaluiert und abgewehrt werden.

Flowchart of the agent-based installer process, from discovery to successful installation

Abbildung 2: Blaue Knoten stellen Daten dar. Gelbe Knoten stellen funktionale Komponenten dar.

Iterative Szenarien für Empfehlungen über Red Teaming

Im zweiten Abschnitt, einer iterativen Schleife, nutzen wir diese Szenarien zur Erstellung von Run-Artefakten für die entsprechenden Red Teaming- oder Eval-Frameworks. Hier beginnt der datengesteuerte Ansatz. Gängige Eval- und Red Teaming-Frameworks werden auf EvalHub mit synthetisch generierten Datensätzen und Umgebungen ausgelöst, die auf die Szenarien abgestimmt sind.

Die Ergebnisse werden an einen Recommender-Prozess weitergeleitet, um Lösungsvorschläge für Fehler beim Red Teaming bereitzustellen. Wir planen ein flexibles Spektrum an Empfehlungen, das mit Leitplanken beginnt und künftig weitere Komponenten des Stacks umfasst. Diese Komponenten sind bereitstellbar (etwa mit Kubernetes Custom Resources (CRs) oder ConfigMaps) und lassen sich erneut testen.

Dies ist lediglich die anfängliche Architektur. Die Architektur wird sich gemeinsam mit der Community weiterentwickeln.

Was können Sie heute tun?

Unsere heutige Ankündigung zeigt die Roadmap für die Community auf. Die Entwicklung ist bereits aktiv, sodass Sie schon jetzt mit unserer Arbeit experimentieren können. Auf der GitHub-Seite von asago können Sie bereits die Arbeit zum Policy Mapping hier einsehen, Beispiele finden Sie hier. Sehen Sie sich auch midojo an, ein Open Source-Framework für Sicherheitstests von KI-Agenten gegen Indirect Prompt Injection.  

Schließlich können Sie und Ihr Unternehmen sich uns als Mitwirkende anschließen. Wir benötigen Input von vielen Organisationen, insbesondere aus verschiedenen Sprachräumen, Kulturen und Regionen. Erfahren Sie hier mehr und beteiligen Sie sich.

Das beste Ergebnis für KI-Sicherheit ist eines, das nicht von einem einzelnen Unternehmen kontrolliert wird. Das Projekt asago ist unser Beitrag zu diesem Ziel – mit einer Infrastruktur, die von einer offenen Community mit vielfältigen Perspektiven entwickelt wird. Das Projekt befindet sich noch in der Anfangsphase. Es gibt noch viel zu tun. Genau deshalb ist jetzt der beste Zeitpunkt, um sich mit einzubringen.

Ressource

Erste Schritte mit KI für Unternehmen: Ein Guide für den Einstieger

In diesem Guide für Einsteiger erfahren Sie, wie Red Hat OpenShift AI und Red Hat Enterprise Linux AI die Einführung von KI beschleunigen können.

Über die Autoren

Dr. Stuart Battersby is the AI Safety and Model Evaluation architect at Red Hat, where he focuses on building open source AI safety tools. Based in the UK, he brings extensive experience in AI safety and evaluation to his role.

Prior to Red Hat, Stuart was founder and CTO of Chatterbox Labs, where he led development of AIMI, a platform addressing emerging challenges in AI safety and security. Red Hat acquired Chatterbox Labs in December 2025.

He holds a PhD from Queen Mary, University of London, and is the inventor on two patents in AI. His work spans the intersection of artificial intelligence, security, and safety engineering, with emphasis on open source approaches to AI governance and evaluation.

Alessandro Beltramo is a Staff Engineer at Red Hat, working on AI Safety within the Red Hat OpenShift AI team. He focuses on AI orchestration, automated red teaming, and evaluation tooling.

UI_Icon-Red_Hat-Close-A-Black-RGB

Nach Thema durchsuchen

automation icon

Automatisierung

Das Neueste zum Thema IT-Automatisierung für Technologien, Teams und Umgebungen

AI icon

Künstliche Intelligenz

Erfahren Sie das Neueste von den Plattformen, die es Kunden ermöglichen, KI-Workloads beliebig auszuführen

open hybrid cloud icon

Open Hybrid Cloud

Erfahren Sie, wie wir eine flexiblere Zukunft mit Hybrid Clouds schaffen.

security icon

Sicherheit

Erfahren Sie, wie wir Risiken in verschiedenen Umgebungen und Technologien reduzieren

edge icon

Edge Computing

Erfahren Sie das Neueste von den Plattformen, die die Operations am Edge vereinfachen

Infrastructure icon

Infrastruktur

Erfahren Sie das Neueste von der weltweit führenden Linux-Plattform für Unternehmen

application development icon

Anwendungen

Entdecken Sie unsere Lösungen für komplexe Herausforderungen bei Anwendungen

Virtualization icon

Virtualisierung

Erfahren Sie das Neueste über die Virtualisierung von Workloads in Cloud- oder On-Premise-Umgebungen