Integration

Was ist Integration?

Die IT- oder Systemintegration meint die Verknüpfung von Daten, Anwendungen, APIs und Geräten im gesamten Unternehmen zwecks Steigerung von Effizienz, Produktivität und Agilität. Integration ist beim Thema geschäftliche Transformation (fundamentale Änderungen in der Geschäftsführung zwecks Anpassung an Marktverschiebungen) enorm wichtig, da sie alle IT-Komponenten vereint. Sie verbindet nicht nur, sondern schafft auch Mehrwert durch neue Funktionalitäten, die durch die Verknüpfung von unterschiedlichen Systemfunktionen entstehen.

Man darf sie aber nicht mit Continuous Integration (CI) verwechseln, einer Entwicklungspraktik, bei der funktionierende Code-Kopien mehrmals am Tag in ein gemeinsames zentrales Repository eingepflegt werden. Ziel der CI ist die Automatisierung von Builds und Prüfungen, damit Probleme frühzeitig erkannt und die Entwicklung beschleunigt werden können.


Eine kurze Geschichte der Integration

Mit zunehmendem Wachstum und der unaufhörlichen Weiterentwicklung begannen sich IT-Systeme im Laufe der Zeit voneinander zu entfernen. So konnten die einzelnen Anbieterlösungen am Ende nicht mehr miteinander kommunizieren. Dies führte unweigerlich dazu, dass der gesamte IT-Stack nur eine einzige Sache gemein hatte, nämlich den Besitzer. Es war also eine Strategie zur Organisation dieser „Technologie-Spaghetti“ erforderlich, um die wuchernde Duplizierung einzudämmen, speziell in Bezug auf die Implementierung von Geschäftslogik.

*Hinweis: Folgende Begriffe haben semantische Diskussionen ausgelöst: physische Topologien versus logische Topologien, Ansätze versus Architekturen versus Technologien. Die nachfolgenden Erklärungen sind deshalb als sehr allgemein anzusehen.

Enterprise Application Integration (EAI)

Eine Lösung für diesen unkontrollierbaren Wildwuchs war EAI (Enterprise Application Integration), also Technologien, Tools und Rahmenbedingungen für die nachrichtenbasierte Echtzeitintegration zwischen Apps. Diese Nachrichten werden durch in die einzelnen Apps integrierte Änderungen oder Parameter ausgelöst. Für EAI gab es zwei Ausführungsvarianten: Point-to-Point (Punkt-zu-Punkt) und Hub-and-Spoke (Nabe-zu-Speiche).

Point to point integration vs. hub and spoke integration

Beim Point-to-Point-Modell musste jede Anwendung auf die Kommunikation mit anderen Anwendungen und Komponenten Ihrer IT zugeschnitten werden. Das galt dann für alle IT-Assets und alle weiteren Assets, mit denen sie verbunden waren. Der ganze Vorgang ist extrem mühselig und verständlicherweise höchst fehleranfällig. Und was alles noch schlimmer machte, war die Tatsache, dass die Wartung dieses Modells im Laufe der Zeit aufgrund der Aktualisierung der Infrastruktur extrem komplex sein konnte.

Um dies zu vermeiden, wurde das Hub-and-Spoke-Modell entwickelt, bei dem die Verbindungen zwischen Apps und Services über einen zentralen Broker, den Hub, verwaltet werden. Die „Speichen“, die die „Nabe“ mit den Apps und Services verbinden, können individuell gewartet werden. Dies ermöglicht eine bessere Fokussierung der Apps und die Handhabung jeglicher Integrationstypen über das Nabe/Speichen-System. Der große Nachteil dieser Variante ist die Hub-Zentralisierung. Denn sie wird zum Single Point of Failure für das System und Ihre Infrastrukturkommunikation. Eine jegliche Integration in das EAI Hub-and-Spoke-Modell ist designtechnisch von der Verbindung zwischen Hub und Funktion abhängig.

Enterprise Service Bus (ESB)

Auf das EAI Hub-and-Spoke-Modell folgte der ESB (Enterprise Service Bus), ein Tool zur Bereitstellung nachrichtenbasierter Abstraktionen bzw. die Modularisierung zwischen Anwendungen.

ESBs fungieren auch als zentraler Hub, über den all diese modularen Services geteilt, weitergeleitet und die Verknüpfung Ihrer Apps und Daten miteinander organisiert werden. Diese Lösung ist dem EAI Hub-and-Spoke-Modell vorzuziehen, aber auch nicht die ultimative Lösung für Unternehmen, die kontinuierlich weiter wachsen, Assets hinzufügen und immer mehr Geschwindigkeit für alle Objekte und Software-Ressourcen benötigen.

Enterprise Service Bus Integration

Sie werden sicherlich bemerkt haben, dass der ESB dem Hub-and-Spoke-Modell doch sehr ähnlich ist. Das stimmt zwar, allerdings besitzen ESBs einige doch sehr differenzierte Merkmale, die sie von anderen Systemen in Sachen Funktionalität unterscheiden.

  • ESBs werden als Services dargestellt, die offene Standards verwenden. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, individuelle Schnittstellen für jede Anwendung zu schreiben.
  • Integrationsservices können mit minimalem Änderungsaufwand für einzelne Anwendungen implementiert werden.
  • ESBs setzen auf industriegenormten offenen Protokollen und Schnittstellen für eine einfachere Implementierung auf.

Allerdings münden typische ESB-Implementierungen aus den im Zusammenhang mit dem Hub-and-Spoke-Modell erwähnten Gründen meist in zentralen Architekturen, genauer gesagt einem Ort für das gemeinsame Hosting und Management aller Integrationsservices. Zentrale ESB-Implementierungen und -Architekturen wiederum integrieren eine recht steife zentrale Governance, die die Bereitstellung schnellerer und anpassungsfähigerer Lösungen behindert, die die Grundlage der Initiativen für die digitale Transformation bilden. Des Weiteren werden die ESBs am Ende nicht selten selbst zu monolithischen Anwendungen.

Agile Integration

Bis dato haben wir über die reine Integration, also die Technologien gesprochen, mit denen alle Komponenten zusammen funktionieren sollen. Was ist dann also agile Integration? Es geht hier darum, wie Red Hat die Zukunft verbundener Systeme sieht und diese den kontinuierlichen Erfolg der eigentlichen Arbeit Ihrer IT-Teams unterstützen, besonders wenn Änderungen mit höherer Frequenz auftreten.

Agile Integration - Hybrid Platform

Agile Integration ist ein Architekturansatz für Ihre Integrationsplattform. Es geht darum, wie Sie die Integration zur Unterstützung Ihrer Teams einrichten, die auf die Schaffung von Mehrwert für den Kunden fokussieren – will heißen, um mehr als nur reine Technologie und wie man alle Komponenten miteinander verknüpft. Im Fokus steht das Architektur-Framework, das die Interoperabilität der Services hinsichtlich der App-Funktionalität definiert. Eine agile Integrationsarchitektur kann in drei Schlüsselfunktionen aufgeteilt werden: verteilte Integration, Container und APIs.

Verteilte Integration

  • Kompakt
  • Musterbasiert
  • Ereignisorientiert
  • Von der Community entwickelt

Container

  • Cloud-nativ
  • Kompakt, individuell einsetzbar
  • Skalierbar, hochverfügbar

APIs

  • Klar definierte, wiederverwendbare, gut verwaltete Endpunkte
  • Einfluss auf und Nutzung des Ökosystems

Integration mit Red Hat

Mit Red Hat erhalten Sie modulare, kompakte und umfassende Open Source-Integrationslösungen mit offenen Standards, die on-premise oder über die Cloud verfügbar sind.

Plattform

Integrieren Sie unterschiedliche IT-Assets mit einer kompakten und flexiblen Integrationsplattform. Red Hat JBoss Fuse bietet standardmäßige Methodologien, Server und Tools zur Integration Ihrer App-Komponenten.

Plattform

Verwalten Sie Ihre Plattform für eine einfache gemeinsame Nutzung, Sicherung, Verteilung, Kontrolle und Monetarisierung Ihrer APIs für interne und externe Benutzer.

Messaging

Stellen Sie schnelles, kompaktes und sicheres Messaging für Internetanwendungen bereit. AMQ ist eine flexible und leistungsstarke Messaging-Plattform, die Informationen zuverlässig überträgt sowie eine Integration und Verknüpfung mit dem IoT in Echtzeit ermöglicht.

Container-Plattform

Entwickeln, implementieren, verwalten und skalieren Sie Anwendungen über Container mit einer Container-Plattform. OpenShift kann all diese Anwendungen automatisch orchestrieren und ermöglicht zusammen mit Produkten wie Fuse und 3scale API Management eine echte agile Integration für die Cloud.

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