Moderne agentische Systeme sind bei der Funktionserweiterung von LLMs auf Tools angewiesen. LLMs liefern zwar Reasoning, benötigen aber Tools, um Maßnahmen zu ergreifen, auf Unternehmenssysteme zuzugreifen und Echtzeitinformationen zu erfassen. MCP liefert das fehlende Bindeglied zwischen den Agenten und diesen externen Tools. MCP wurde erst kürzlich eingeführt, hat sich aber schnell als neuer Standard für agentische KI etabliert.
Vor MCP erfolgte die Tool-Integration manuell, uneinheitlich und ließ sich nur aufwendig skalieren. Entwicklungsteams mussten benutzerdefinierten Code schreiben, um zu definieren, wie Agenten APIs finden und mit ihnen interagieren. Dies führte zu Doppelarbeit in verschiedenen Teams, weniger stabilen Updates und einem erhöhten Risiko bei Systemänderungen. MCP standardisiert diesen Prozess mit einer modularen, interoperablen Spezifikation, mit der Agenten Tools zuverlässig erkennen, auswählen und aufrufen können, ähnlich einem USB-C-Standard für KI-Workflows.
Mit MCP stellen Entwicklerinnen und Entwickler Funktionen mithilfe eines gemeinsamen Protokolls als Tools bereit. Diese Tools können APIs, Datenbanken, Geschäftssysteme oder sogar interne Dienstprogramme umfassen. MCP-Server fungieren als Hub, in dem Tools gehostet, dokumentiert und gesichert werden. Agenten können dann diesen Server dynamisch abfragen, die Nutzung des Tools ermitteln und Workflows in mehreren Systemen aufrufen.
Diese Standardisierung ermöglicht eine breitere Beteiligung. Mit einer MCP-basierten Architektur können Teams vorhandene Tooldefinitionen wiederverwenden, das Onboarding beschleunigen und die Plattformfragmentierung reduzieren. Bei kleineren oder größeren LLMs ermöglicht MCP eine konsistentere Nutzung der Tools, ohne dass Modelle neu trainiert oder Logik neu geschrieben werden müssen.
Allerdings bringt MCP auch einige Herausforderungen mit sich. Schlecht formulierte Toolbeschreibungen können Agenten verwirren und zu Fehlfunktionen oder Halluzinationen führen. Es besteht sogar die Gefahr, dass Tools unsichere Prompt-Strings offenlegen oder dass zu weit gefasste Berechtigungen zu einer Angriffsfläche werden.
Red Hat verfügt über eine Roadmap für ein MCP-Gateway, mit dem Sie diese Risiken mindern können, indem Governance, Sicherheitsaspekte und Transparenz direkt in die MCP-Serverarchitektur integriert werden. Werden MCP-Server in OpenShift AI eingesetzt, verfügen sie über die native Integration mit der Richtliniendurchsetzung auf Plattformebene, der rollenbasierten Zugriffskontrolle und den Audit-Mechanismen von Red Hat. Das bedeutet, dass der Zugriff auf über MCP bereitgestellte Tools streng nach Rolle und Namespace verwaltet werden kann und in Einklang mit den Identitäts- und Autorisierungsrichtlinien steht.