Seit mehr als 20 Jahren folgt die Diskussion über die Beschaffung von Unternehmenssoftware in dieser Branche einem sehr vorhersehbaren Skript. Ein Unternehmen kaufte eine Subskription für eine Open Source-Lösung, legte eine zertifizierte Version fest und versuchte, diese möglichst nie wieder zu ändern, außer bei einem Defekt. Sicherheits-Updates erschienen in einer langsamen, linearen Kadenz. Diese Ära ist offiziell vorbei.

Frontier-KI-Modelle haben die Regeln für Sicherheits-Patching grundlegend geändert. Automatisierte Tools können in kürzester Zeit Tausende von Schwachstellen in Open Source-Softwareökosystemen aufdecken. Daher besteht die Sicherheitsanforderung nicht mehr nur darin, ein Problem zu identifizieren. Es geht vielmehr um die technische Kapazität, es zu beheben, ohne Ihr Kerngeschäft zum Stillstand zu bringen.

Unsere kürzliche AnkündigungSeite verfügbar in Englisch (Deutsch ist nicht verfügbar) mit IBM zu Lightwell stellt einen grundlegenden Wandel dar, wie wir unsere Kunden unterstützen. Wir unterstützen umfangreiche globale Teams von Engineers mit fortschrittlichen KI-Tools. So stellen wir eine vertrauenswürdige Unternehmensinfrastruktur für die Open Source-Lieferkette bereit, die weit über unsere traditionellen Plattformgrenzen hinausgeht. Es ist das größte einzelne Engagement für Open Source-Sicherheit seit der wegweisenden Investition von IBM in Höhe von 1 Milliarde USD in Linux im Jahr 1999. Aus meiner Sicht definiert dies die Währung für die Agilität von Unternehmen völlig neu.

Die tatsächlichen Kosten hochverzinslicher technischer Schulden

Wenn Sie den modernen Unternehmens-Stack betrachten, basieren im Durchschnitt mehr als 90 % der Codebasis auf Open Source- oder Drittanbieter-Abhängigkeiten. Über den traditionellen Plattformen befinden sich Hunderte von Libraries, Runtimes und Anwendungs-Frameworks. Diese führen die Kernanwendungen von globalen Banken, Gesundheitsnetzwerken und kritischen Infrastrukturen aus. Wenn ein Entwicklungsteam eine Schwachstelle tief in einer dieser Abhängigkeiten entdeckte, stand es in der Vergangenheit vor 3 gleichermaßen schwierigen Optionen:

  1. Das gesamte Paket aktualisieren und riskieren, dass komplexe, geschäftskritische Produktionsumgebungen beeinträchtigt werden.
  2. Die Schwachstelle intern patchen und die Entwickelnden zwingen, dauerhaft einen privaten Fork zu pflegen.
  3. Das Risiko akzeptieren und einem bekannten Exploit schutzlos ausgeliefert sein.

In stark regulierten Umgebungen ist ein Upgrade häufig unmöglich, da die Systeme an eine zertifizierte Version gebunden sind. Hier wird Patching zu einem strategischen Vorteil. Lightwell stellt signierte, konforme Patches bereit, die für die exakten Versionen in der Produktion rückportiert wurden. Dies beseitigt Reibungsverluste und gibt den Teams ihren kommerziellen Handlungsspielraum zurück.

Grenzen verschieben

Red Hat bietet bereits Patches für Open Source-Technologie an, aber Lightwell stellt einen gewaltigen evolutionären Sprung dar. Wir verlassen aktiv unsere traditionellen Infrastruktur- und Plattformgrenzen, um Kunden genau dort abzuholen, wo sie stehen. Über Lightwell Network, das jetzt allgemein verfügbar ist, liefern wir einen aktiven, kontinuierlichen Subskriptions-Stream korrigierter Pakete direkt in die Repositories der Mitglieder. Wenn ein Unternehmen Hunderte von Anwendungs-Workloads in fragmentierten Umgebungen ausführt, patchen wir diese Open Source-Abhängigkeiten. Wir bewerten den vollständigen Anwendungskontext sowie die Interaktionen der Abhängigkeiten, um validierte Zero-Drift-Fixes direkt für die festgelegten Versionen bereitzustellen.

Das gesamte Framework für die Einführung spiegelt die hohe Dynamik und aktive Zusammenarbeit mit Designpartnern und ersten Institutionen wider. Dazu gehören viele führende Finanzinstitute. Lightwell Network bietet sofortigen, umfassenden kommerziellen Zugriff auf unseren Katalog korrigierter Abhängigkeiten auf der Anwendungsschicht. Gleichzeitig eröffnet Lightwell Clearinghouse Premier einen spezialisierten Weg für eine tiefere vertikale Bedrohungskoordinierung. Wenn ein Mitglied von Lightwell Clearinghouse Premier eine Bedrohung entdeckt, erstellen wir die Fehlerbehebung und validieren sie. Wir geben sie im gesamten Netzwerk innerhalb eines sicheren Embargo-Fensters frei, bevor die Schwachstelle ausgenutzt werden kann. Anschließend geben wir diese Korrekturen an die Upstream Community zurück. So stellen wir sicher, dass sich der kommerzielle Schutz und die allgemeine Integrität von Open Source kontinuierlich gegenseitig verstärken.

Dies ist eine enorme Teamleistung. Menschliche Engineering-Kapazitäten und Skalierbarkeit sind die entscheidenden Ressourcen. Die KI übernimmt die Triage großer Mengen. Es erfordert jedoch erfahrenes menschliches Urteilsvermögen, um Anpassungen am Code vorzunehmen, ohne nachgelagerte Systeme zu beeinträchtigen.

Systemsicherheit ist ein langfristiges Unterfangen

Angesichts der Reaktionen erster Kunden, die Lightwell bereits nutzen, adressiert dies eine sich ständig beschleunigende Bedrohung. Diese Unternehmen erkennen, dass eine sichere Lieferkette eine Grundvoraussetzung ist, um KI- und Hybrid Cloud-Technologien in großem Umfang sicher einzusetzen. Wir lösen dieses akute strukturelle Problem heute. Damit schaffen wir ein konsistentes, kosteneffizientes und vertrauenswürdiges Framework für die Zukunft der Unternehmenssoftware.


Über den Autor

Andrew Brown is Senior Vice President and Chief Revenue Officer for Red Hat. His focus is on empowering businesses to build flexible, cross-platform IT infrastructure solutions using open source solutions. He is responsible for commercial and public sector sales, channel and alliances sales, and consulting and training services. He leads the company’s global go-to-market strategy, as well as revenue growth for Red Hat's products, services, and solutions in more than 40 countries.

A software industry veteran, Brown arrived at Red Hat in 2023 with more than 28 years experience in hybrid cloud and transformational technology. He began his career at IBM as an intern and held various positions working out of the UK, Japan and Canada. Most recently served as General Manager, Technology Group, IBM United Kingdom & Ireland, where he drove the business strategy, sales and marketing, and overall financial performance for Software & Cloud in EMEA. 

His passion lies in delivering superior customer experiences and success through trusted advisor relationships. On a personal front, he is a Foundation of Hearts board member, supporting Heart of Midlothian football club, the UKs largest professional fan owned club in the UK, and the community it serves.

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