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Neue Lösungen entwickeln, die blinden und sehbehinderten Menschen den Alltag erleichtern: Das war das Ziel des Hackathons des Schweizerischen Blinden- und Sehbehindertenverbands und Red Hat. Am Event arbeiteten blinde, sehbehinderte und sehende IT-Profis gemeinsam intensiv an verschiedenen Projekten – von der Hindernis-Erkennung bis zur automatischen Ermittlung des Ablaufdatums von Produkten im Supermarkt.

Der Schweizerische Blinden- und Sehbehindertenverband (SBV) hat in Zusammenarbeit mit dem Technologiepartner Red Hat sowie den Sponsoren VSHN und Tech Data einen Hackathon für blinde, sehbehinderte sowie auch sehende Menschen ins Leben gerufen. Rund 30 Programmiererinnen, Programmierer und IT-Profis trafen sich dazu an zwei Tagen im Hotel Sheraton in Zürich und tüftelten gemeinsam an nützlichen Lösungen, die blinde und sehbehinderte Menschen im Alltag unterstützen.

Begrüsst wurden sie am Event von den beiden Initianten des Projekts, Luciano Butera, Leiter der Fachstelle Technologie und Innovation beim SBV, und Dominik Wotruba, Head of TechSales, Switzerland bei Red Hat. Dabei stellten die beiden auch gleich die Projektideen vor, die im Vorfeld eingereicht wurden. Fünf davon schafften es schliesslich in die Endauswahl. Und zwar Anwendungen:

  • zur Identifizierung des Ablaufdatums auf Lebensmitteln;

  • zur Erkennung von Hindernissen auf der Strasse;

  • zur Vermittlung von Tandems für Aktivitäten;

  • zum Vorlesen von Menükarten in Restaurants;

  • sowie zur Abfrage des Lift- und Rolltreppenstatus im Bahnhof inklusive Indoor-Routing.

Projekte mit Open-Source-Charakter

Im Anschluss teilten sich die Teilnehmenden auf die fünf verschiedenen Projekte auf. Ein Grossteil von ihnen kam übrigens entweder von Red Hat selbst oder dem SBV, teils aber auch von Kunden und Partnern. "Um die Ideen entwickelten sich gewissermassen kleine Communities – eigentlich ganz ähnlich wie bei Open-Source-Projekten", stellt Dominik Wotruba fest. Und ergänzt: "Alle konnten ihre individuellen Fähigkeiten einbringen und so zum Projekterfolg beitragen."

Anschliessend ging es für die Teams darum, innert kürzester Zeit einen funktionierenden Prototyp auf die Beine zu stellen. Dazu stellte VSHN auf technischer Seite jedem Team die hauseigene Cloud-Betriebsplattform APPUiO auf Basis von Red Hat OpenShift zur Verfügung, die Tech Data steuerte derweil ihre KI-Lösung Tech Lab bei. Programmiererinnen und Programmierer von Red Hat bereiteten im Vorfeld ausserdem Grundgerüste für das Entwickeln der Lösungen vor – sogenannte Skeletons –, um den Teilnehmenden den Projektstart zu erleichtern. Danach folgte eifriges brainstormen und coden. "Es wurde völlig fokussiert gearbeitet – und zwar praktisch pausenlos. Man merkte regelrecht: Die Leute hatten eine Mission", sagt Luciano Butera.

Smartphone-App macht Menükarten zugänglich

Zum Abschluss des Hackathons ging es für die Teams dann darum, ihre Lösung einer vierköpfigen Jury vorzustellen. Nebst Luciano Butera und Dominik Wotruba waren Jonas Janz, Solution Architect bei Red Hat, sowie René Jaun, Redaktor beim Verlag Netzmedien, für das kritische Begutachten der Anwendungen zuständig.

Besonders begeistert zeigte sich die Jury vom Projekt "MENUista" von Selamet Aydogdu, Dominique Hofstetter, Lars Jenzer, Alexey Loubyansky und Erik Jan de Wit. Sie entwickelten am Hackathon die Smartphone-App, mit der sich automatisch die Menükarten von Restaurants in der Nähe anzeigen lassen. Blinde und sehbehinderte Menschen können sich diese dann direkt vorlesen lassen und sind somit nicht von sehenden Begleiterinnen und Begleitern abhängig.

Zentral für die Beurteilung der Projekte waren laut Luciano Butera der Nutzen der Lösung, der Projektfortschritt sowie auch die Präsentation. "MENUista" schnitt ihm zufolge bei sämtlichen Aspekten sehr gut ab. "Die App ist einfach in der Handhabung und macht genau das, was sie soll. Soweit das Team die Lösung am Hackathon entwickeln konnte, bringt sie den Userinnen und Usern unter dem Strich den grössten Nutzen", sagt der Mitinitiant des Hackathons. Er zeigt sich zudem überzeugt, dass das automatische Zusammentragen von Menükarten der Restaurants in der Nähe generell hilfreich ist. "Das Siegerprojekt zeigt hervorragend auf, dass Software für blinde und sehbehinderte Menschen auch für Sehende praktisch sein kann", kommentiert Luciano Butera.

Paradebeispiel für kundenzentrisches Arbeiten

Nach einem Fazit zum Hackathon gefragt, fallen die Rückmeldungen durchwegs positiv aus. Aarno Aukia, Co-Founder des Sponsors VSHN, stand den Teams am Hackathon beratend zur Seite. Ihm fiel vor allem die gelungene Integration aller Beteiligten auf: "Beim Zurechtfinden in der Eventlocation waren die blinden und sehbehinderten Teilnehmer teils froh um Unterstützung. Aber sobald alle am Laptop sassen und begannen zu arbeiten, war plötzlich überhaupt kein Unterschied mehr auszumachen." 

Christopher Schmidt des Red-Hat-Partners InnoQ Schweiz GmbH und selbst Teilnehmer am Anlass rühmt besonders die "offene, fast schon freundschaftliche Atmosphäre", die vor Ort geherrscht habe. "Auch die Möglichkeit, direkt mit den Betroffenen von ihren täglichen Herausforderungen zu erfahren und Lösungen zu erarbeiten, war eines der Highlights der beiden Tage", lautet sein Résumé. Ähnlich sieht es Dominik Wotruba: "Für die Teams galt es, Lösungen zu entwickeln, die exakt auf die Bedürfnisse der Userinnen und User abgestimmt sind. Absolut zentral war es daher, auf die Inputs der blinden und sehbehinderten Teilnehmer einzugehen. Von dem her war der Hackathon ein Paradebeispiel für kundenzentrisches Arbeiten."


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