Erinnern Sie sich an gemeinsame Mobilfunktarife? Um die Jahrtausendwende konnte eine ganze Familie den gleichen Pool an Mobilfunk-Minuten teilen. Schon wenige Stunden unnötigen Geredes am Telefon reichten aus, um das gesamte Guthaben an Gesprächsminuten für alle aufzubrauchen. Ein ähnliches Phänomen findet heute in der Cloud statt.
Wer schon einmal eine Public Cloud verwendet hat, ist wahrscheinlich auch schon auf eine versehentliche Überschreitungszahlung gestoßen. Das ist schon ein Problem. Aber noch problematischer ist, dass man bei Hunderten von Instanzen gleichzeitig leicht einzelne Instanzen übersehen kann. Bei Discover, dem Finanzdienstleistungsunternehmen, das kürzlich von Capital One übernommen wurde, fanden die Entwickler einen Weg, ihre Überschreitungsprobleme zu lösen und erhebliche Kosteneinsparungen zu realisieren. Es ist nicht verwunderlich, dass ein Unternehmen, das Kreditkarten anbietet, den Wert einer Kostenoptimierung in der Cloud versteht. Überraschend ist jedoch, dass sie es in diesen zwei Tagen schafften, ihre Cloud-Kosten um 1,4 Millionen USD pro Jahr zu senken.
1,4 Millionen USD in 2 Tagen
Discover wechselte 2022 zu Red Hat OpenShift. Davor hatte das Unternehmen versucht, sich auf CloudFoundry zu konsolidieren, der oft von Pivotal, VMware und Broadcom beworbenen Platform as a Service.
Craig Katz, OpenShift Director bei Discover, sagt, dass Discover nun OpenShift zur Verwaltung seiner Container-Infrastruktur innerhalb von Amazon Web Services verwendet. Bei der Migration der bestehenden 1.200 Workloads zu OpenShift und Amazon Web Services entschied man sich schon früh, den Fokus auf Geschwindigkeit und Qualität der Migration zu richten und Kostenbedenken außen vor zu lassen.
Katz sagt dazu: „Sie können sich für zwei Optionen entscheiden: schnell, günstig oder gut. Wir haben uns für schnell und gut entschieden.“
Nach Abschluss der Migration entwickelte das Discover-Team weitere 300 Greenfield-Anwendungen auf der Plattform, und dann sagte Katz, es sei an der Zeit, über Kostenoptimierungen nachzudenken. Bei rund 1.500 Anwendungen, die in AWS ausgeführt werden, gab es laut Katz definitiv Möglichkeiten für ganzheitliche Kosteneinsparungen. Der Trick dabei war, diese Optimierungen im gesamten Anwendungsportfolio des Unternehmens durchzuführen.
Im Januar, eine Woche vor dem Super Bowl, veranstalteten Katz und sein Team aus Chicago einen sogenannten „Game Day“.
„Es war eine zweitägige Veranstaltung, bei der wir die Teilnehmenden um Analysen, Fehlerbehebungen und Deployments gebeten haben. Am Ende der zwei Tage wurden die auf den Änderungen basierenden Korrekturen in die Produktionsentwicklung und in die Produktion in AWS übernommen.“, sagt Katz.
Das Entwicklungsteam, das in Chicago ansässig ist, hat viel von Lou Malnatis berühmter Deep Dish Pizza gegessen. Am Ende, so Katz, „führte dieser zweitägige Einsatz zu Einsparungen von etwa 1,4 Millionen USD bei den jährlichen AWS-Kosten.“
Tagging von Workloads
Der wichtigste Ratschlag von Katz für ein solches Vorhaben lautet: Einführung von Richtlinien und Automatisierung für das Tagging von Workloads. Katz sagte, dass die Teams dies anfangs nicht implementierten und er daher viel Zeit damit verbrachte, mit Tabellenkalkulationen die Workloads den Kostenstellen zuzuordnen. Wenn jetzt ein Workload in OpenShift erstellt wird, wird Katz standardmäßig als Eigentümer festgelegt (und seine Abteilung als Kostenstelle). Wenn eine Entwicklerin oder ein Entwickler die Workload bereitstellt, wird sie mit dem Namen dieses Entwicklers getaggt und somit dessen Kostenstelle zugeordnet.
Das ist wichtig, da innerhalb von Discover eine bedeutende FinTech-Initiative läuft, die darauf abzielt, Kosten zu optimieren und IT-Ausgaben direkt mit dem Budget zu verknüpfen. Die Übernahme gibt außerdem den Anstoß zur Integration in die IT-Infrastruktur von Capital One, und auch das Tagging von Workloads hilft dabei.
Technologie- und Entwicklungskultur
Noch bevor Katz den zweitägigen Game Day organisierte, forderte er seine Entwicklungsteams auf, die Requests-Metadaten für ihre Container als Best Practice festzulegen. Bemühungen, diesen Hinweis im gesamten Unternehmen zu verbreiten, waren jedoch nicht ganz erfolgreich.
„Während einige die Dokumentation bevorzugen, wünschen sich andere Webinare oder Kurse, damit sie Fragen stellen können“, so Katz. Er versuchte zwar, solche Optionen anzubieten, aber Kostenoptimierungen fanden nicht statt.
Als er dann aber alle im selben Raum zusammenbrachte und Referenten ansetzen konnte, um zu erklären, wie man jeden Teil des Anwendungs-Lifecycles optimieren konnte, geschah die Magie. Jeder Referent hielt einen Vortrag und dann setzten die Teams im Publikum das Gelernte direkt in ihren Anwendungen ein. Dann begann der nächste Referent. Es war, als ob sie zwei Tage hintereinander echte Optimierungsläufe durchführten.
Vor dem Game Day hatte Katz die IT-Teams natürlich auch durch einige administrative AWS-Kostenoptimierungen geführt. „Wir verwenden Turbonomic, ein Produkt von IBM. Das hat uns bei der Effizienz der von uns [ausgeführten] Services geholfen. [Es übernimmt] das dichte Packen und Verschieben von Komponenten, um die Knotenaffinität dort zu halten, wo sie sein muss, und so keinen Platz zu verschwenden“, so Katz.
„Haben wir für all das zwei Tage gebraucht? Nein. Es ging darum, Menschen zusammenzubringen und sie in die Kultur und in die Beweggründe unseres Handelns einzuführen. Wir hatten auch monatelang bei Discover darauf gedrängt, diese beiden Werte zu aktualisieren! Schauen Sie sich dieses Dashboard an, aktualisieren Sie diese Zahl! Wir haben einfach nicht so viel Zuspruch bekommen. Es ging also darum, die Kultur zusätzlich einzubinden, denn Technologie ist natürlich das Wichtigste, aber ohne Kultur bleibt sie manchmal einfach stehen und wird nicht genutzt“, so Katz.
Produkttest
Red Hat OpenShift Container Platform | Testversion
Über den Autor
Red Hatter since 2018, technology historian and founder of The Museum of Art and Digital Entertainment. Two decades of journalism mixed with technology expertise, storytelling and oodles of computing experience from inception to ewaste recycling. I have taught or had my work used in classes at USF, SFSU, AAU, UC Law Hastings and Harvard Law.
I have worked with the EFF, Stanford, MIT, and Archive.org to brief the US Copyright Office and change US copyright law. We won multiple exemptions to the DMCA, accepted and implemented by the Librarian of Congress. My writings have appeared in Wired, Bloomberg, Make Magazine, SD Times, The Austin American Statesman, The Atlanta Journal Constitution and many other outlets.
I have been written about by the Wall Street Journal, The Washington Post, Wired and The Atlantic. I have been called "The Gertrude Stein of Video Games," an honor I accept, as I live less than a mile from her childhood home in Oakland, CA. I was project lead on the first successful institutional preservation and rebooting of the first massively multiplayer game, Habitat, for the C64, from 1986: https://neohabitat.org . I've consulted and collaborated with the NY MOMA, the Oakland Museum of California, Cisco, Semtech, Twilio, Game Developers Conference, NGNX, the Anti-Defamation League, the Library of Congress and the Oakland Public Library System on projects, contracts, and exhibitions.
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