KI transformiert rasant die Art und Weise, wie Teams in Systemadministration und Entwicklung mit ihren Umgebungen interagieren. 2025 haben wir den Command-Line Assistant eingeführt, ein optionales Tool in Red Hat Enterprise Linux (RHEL), mit dem Nutzende direkt vom Terminal aus Fragen stellen und Anleitungen zur Fehlerbehebung in natürlicher Sprache erhalten können.

Wir kündigen jetzt den nächsten Schritt auf unserem Weg zum KI-gesteuerten Systemmanagement an: die Verfügbarkeit des KI-Agenten goose im RHEL Extensions Repository für RHEL 9.8 und RHEL 10.2. Als Projekt der Agentic AI Foundation ist goose ein flexibler Open Source KI-Agent, der mit dem MCP-Server (Model Context Protocol) für RHEL (Developer Preview) verwendet werden kann, um neue Use Cases für die KI-gestützte Administration zu erschließen.

Während der standardmäßige Command-Line Assistant eine optimierte, schreibgeschützte Frage-Antwort-Umgebung bietet, führt goose einen erweiterbaren KI-Agenten ein, der eine kontextbezogene Systemfehlerbehebung ermöglicht.

Zwei Client-Optionen für den Zugriff auf das von Red Hat gehostete Backend von Command-Line Assistant

Bei der Verbindung mit dem von Red Hat gehosteten Backend von Command-Line Assistant stehen Administrierenden, die RHEL ausführen, jetzt 2 Client-Pfade zur Verfügung. Je nach Ihren Anforderungen können Sie zwischen einem herkömmlichen, optimierten Q&A-Tool oder einem neueren, erweiterbaren Tool mit erweiterten Funktionen wählen.

1. Der goose-Client (goose-redhat)

Für Nutzende, die zu einem leistungsfähigeren Assistenten wechseln möchten, führen wir das Paket goose-redhat ein, das über das RHEL Extensions Repository auf Systemen mit RHEL 9.8 und RHEL 10.2 verfügbar ist. Das Paket goose-redhat verwendet den Open Source KI-Agenten goose, um erweiterte Funktionen wie die Unterstützung für MCP bereitzustellen.  Das Paket goose-redhat konfiguriert goose für die Kommunikation mit demselben von Red Hat bereitgestellten Backend von Command-Line Assistant.

2. Der Client von Command-Line Assistant (command-line-assistant)

Das ursprüngliche Paket command-line-assistant ist in den standardmäßigen AppStream-Repositorys von RHEL 9 und RHEL 10 verfügbar. Sie rufen diesen Client mit dem Befehl c auf. Er ist für eine schreibgeschützte Q&A-Erfahrung mit geringem Aufwand konzipiert. Nutzende können Fragen in natürlicher Sprache stellen, Befehlsausgaben für den Kontext weiterleiten und Log-Dateien anhängen, um schnelle Ratschläge zur Fehlerbehebung und Befehlsvorschläge zu erhalten.

Das Paket command-line-assistant wird weiterhin unterstützt und ist für die Verwendung in Systemen mit RHEL 9 und RHEL 10 verfügbar. Bitte beachten Sie jedoch, dass wir derzeit keine neuen Features für diesen Client planen. 

Wählen Sie das richtige Paket für Ihre Umgebung aus

Um Flexibilität beim Deployment zu bieten, stellen wir 2 verschiedene Pakete im RHEL Extensions Repository bereit.

1. Das Paket goose-redhat: integriert und optimiert

Wenn Sie eine sofort einsatzbereite agentenbasierte Erfahrung wünschen, die für Umgebungen von Red Hat optimiert ist, ist goose-redhat die richtige Wahl.

Die Installation dieses Pakets bietet optimierten Zugriff auf die Backend-Infrastruktur von Red Hat von Command-Line Assistant, die Informationen aus der RHEL-Dokumentation und Artikeln der Red Hat Knowledgebase einbeziehen kann. Darüber hinaus verfügt goose-redhat über verstärkte Sicherheitseinstellungen und fordert vor dem Aufrufen von Tools eine manuelle Genehmigung an.  

2. Das Paket goose: Bring Your Own Model (BYOM)

Für Nutzende, die ihre eigene Inferenzinfrastruktur bereitstellen möchten, ist das eigenständige Paket goose verfügbar. Damit können Sie goose mit externen Anbietern von Large Language Models (LLM) oder lokalen Inferenzservern verbinden. Dieses Paket bietet eine ähnliche Erfahrung wie das Upstream-Projekt goose und enthält die standardmäßigen Upstream-Einstellungen.  

Erste Schritte

Die goose-Pakete werden im RHEL Extensions Repository bereitgestellt. Daher müssen Sie das Repository zunächst auf dem RHEL-System aktivieren, falls Sie dies noch nicht getan haben.  

Für RHEL 10:

sudo subscription-manager repos --enable=rhel-10-for-$(arch)-extensions-rpms

Für RHEL 9:

sudo subscription-manager repos --enable=rhel-9-for-$(arch)-extensions-rpms

So installieren Sie das Paket goose-redhat, das mit dem Backend von Command-Line Assistant von Red Hat vorkonfiguriert ist:

sudo dnf install goose-redhat

Öffnen Sie nach der Installation einfach eine neue Shell-Sitzung, führen Sie goose aus und stellen Sie eine Frage.

In diesem Beispiel fragen wir ab, ob die Ausführung von RHEL 6-basierten Containern auf einem RHEL 9-Host unterstützt wird.  Goose verwendet das Backend von Command-Line Assistant von Red Hat, um die Frage zu beantworten, und stellt einen Link zum Quelldokument im Customer Portal bereit.

$ goose
starting session | provider: rhel_cla model: RHEL-command-line-assistant
    session id: 20260527_2
    working directory: /home/brian
goose is running! Enter your instructions, or try asking what goose can do.
⚠️This tool uses AI technology. Do not include any personal information or other sensitive information in your input. Interactions may be used to improve Red Hat's products or services.
Context: oooooooooo 0% (0/128000 tokens)
( 0)> Is it supported to run RHEL 6 based containers on a RHEL 9 host?
Running RHEL 6 based containers on a RHEL 9 host is not supported.
Sources:
- [Red Hat Enterprise Linux Container Compatibility Matrix | Red Hat Customer Por
tal](https://access.redhat.com/support/policy/rhel-container-compatibility)
⏱️ Elapsed time: 17.16s
Always review AI-generated content prior to use.
Context: ●●oooooooo 15% (19660/128000 tokens)
( 0)> Press Enter to send, Ctrl-J for new line

Verbesserte Transparenz mit dem Model Context Protocol (MCP)

Eine der leistungsfähigsten Funktionen von goose ist die Unterstützung für den MCP-Server (Model Context Protocol) für RHEL, der als Developer Preview verfügbar ist.

Nach der Installation und Konfiguration von MCP-Server für RHEL kann goose direkt mit dem lokalen RHEL-System, auf dem es installiert ist, oder über SSH mit Remote-RHEL-Systemen interagieren. Dies ermöglicht es goose, kontextbezogene Ratschläge und Fehlerbehebungen bereitzustellen. Anstatt Log-Dateien manuell zu kopieren und einzufügen, können Sie goose einfach bitten, ein Problem zu untersuchen. Goose verwendet dann den MCP-Server für RHEL, um die relevanten Systeminformationen und Logs zu prüfen. 

Weitere Informationen zur Installation und Konfiguration von MCP-Server für RHEL zur Verwendung mit goose finden Sie im Artikel: „Optimize the RHEL command-line assistant tasks by using goose-redhat“.  

Demo: Fehlerbehebung in einem Dateisystem

Um das Potenzial von goose in Kombination mit MCP-Server für RHEL zu demonstrieren, betrachten wir ein gängiges Praxisszenario: die Fehlerbehebung bei einem fast vollen Root-Dateisystem. Stellen Sie sich vor, Sie erhalten Warnmeldungen, dass ein RHEL-System 91 % der Speicherkapazität auf der Root-Partition erreicht hat. Sie starten eine Sitzung mit goose und geben eine einfache Anweisung in natürlicher Sprache ein: Finde heraus, was im Root-Dateisystem so viel Speicherplatz belegt.

Die im Paket goose-redhat enthaltene Standardkonfiguration fragt nach Berechtigungen zum Aufrufen von MCP-Tools. Daher sehen wir eine Aufforderung, mit der goose um Erlaubnis bittet, das vom MCP-Server für RHEL bereitgestellte Tool get_disk_usage zu verwenden.

Context: oooooooooo 0% (0/128000 tokens)
( 0)> Help me figure out what's taking up so much disk space in the root filesyste
m on this system?
─── get_disk_usage | rhel-mcp-server ─────────────────────────────────────
🔹 Goose would like to call the above tool, do you allow?
 │ ● Allow (Allow the tool call once)
 │ o Always Allow
 │ o Deny
 │ o Cancel
 └──

Dieses Tool gibt Informationen zur Dateisystemauslastung zurück und liefert dem LLM den Kontext, dass das Root-Dateisystem zu 91 % ausgelastet ist und 23,5 GB belegt sind.  Als Nächstes bittet goose um Erlaubnis, das Tool list_directories im Root-Verzeichnis des Dateisystems aufzurufen.

The root filesystem `/` is at 91% utilization, with 23.5GB used. To investigate fu
rther, I need to find the largest directories within the root filesystem.
─── list_directories | rhel-mcp-server ─────────────────────────────────────
top_n: 10
order_by: size
path: /
sort: descending
🔹 Goose would like to call the above tool, do you allow?
 │ ● Allow (Allow the tool call once)
 │ o Always Allow
 │ o Deny
 │ o Cancel
 └──

Mit diesem Tool erkennt das LLM, dass das Verzeichnis /home 17,1 GB Speicherplatz belegt.  Als Nächstes bittet goose um Erlaubnis, das Tool list_files für das Verzeichnis /home aufzurufen, um die Ursache für den hohen Speicherverbrauch weiter einzugrenzen.

The `/home` directory is consuming the most disk space on your root filesystem, with 17.1GB. The `/usr` directory is using 4.7GB, and `/var` is using 1.2GB.
Let's examine the `/home` directory further to identify the largest files within it.
─── list_files | rhel-mcp-server ─────────────────────────────────────
top_n: 10
path: /home
sort: descending
order_by: size
🔹 Goose would like to call the above tool, do you allow?
 │ ● Allow (Allow the tool call once)
 │ o Always Allow
 │ o Deny
 │ o Cancel
 └──

Da das Verzeichnis keine Dateien enthält, bittet goose um Erlaubnis, das Tool list_directories für das Verzeichnis /home aufzurufen.

There are no files directly in `/home` that are consuming significant space. It's likely that the disk space is being used by subdirectories within `/home`. Let's list the largest directories within `/home`.
─── list_directories | rhel-mcp-server ─────────────────────────────────────
top_n: 10
sort: descending
order_by: size
path: /home
🔹 Goose would like to call the above tool, do you allow?
 │ ● Allow (Allow the tool call once)
 │ o Always Allow
 │ o Deny
 │ o Cancel
 └──

Basierend auf den Informationen des MCP-Servers für RHEL erkennt das LLM nun, dass das Verzeichnis /home/brian 17,1 GB Speicherplatz belegt. Als Nächstes bittet goose um Erlaubnis, das Tool list_directories für das Verzeichnis /home/brian aufzurufen. 

The `/home/brian` directory is consuming 17.1GB. Let's look inside `/home/brian` to find the largest directories.
─── list_directories | rhel-mcp-server ─────────────────────────────────────
order_by: size
top_n: 10
sort: descending
path: /home/brian
🔹 Goose would like to call the above tool, do you allow?
 │ ● Allow (Allow the tool call once)
 │ o Always Allow
 │ o Deny
 │ o Cancel
 └──

Goose kann den Speicherverbrauch erfolgreich auf das Verzeichnis /home/brian/virtual-machines mit 16,6 GB eingrenzen.

The `/home/brian/virtual-machines` directory is consuming 16.6GB of disk space. This is the largest contributor to the high disk usage on your root filesystem.
To free up space, you could consider the following:
* **Move or delete unused virtual machine images** within `/home/brian/virtual-machines`.
* **Investigate `/usr` (4.7GB) and `/var` (1.2GB)** for potential cleanup if clearing `/home/brian/virtual-machines` is not sufficient. Common areas in `/var` for large files include `/var/log` (logs), `/var/cache` (package manager cache), and `/var/tmp`. For `/usr`, it's usually system binaries and libraries, so direct cleanup might be limited unless there are unused packages.
* **Check `.local` (255.8MB) and `.cache` (240.7MB)** within `/home/brian`. These directories often contain user-specific application data and caches that can sometimes be cleared.
If you would like to investigate a specific directory further, please let me know.
⏱️ Elapsed time: 1m 57s
Always review AI-generated content prior to use.
Context: ●oooooooooo 8% (10842/128000 tokens)
( 0)> Press Enter to send, Ctrl-J for new line

Blick in die Zukunft

Die Entwicklung des Systemmanagements bewegt sich rasant in Richtung KI-basierter Tools. Während der standardmäßige Command-Line Assistant weiterhin für schreibgeschützte Anleitungen zur Verfügung steht, erweitert die Einführung von goose die Use Cases für den Einsatz von KI in der RHEL-Systemverwaltung erheblich. Installieren Sie goose noch heute auf Ihrem RHEL-System und erleben Sie die nächste Stufe der KI-gestützten Systemadministration.

Produkttest

Red Hat Enterprise Linux | Testversion

Eine Red Hat Enterprise Linux Version, die Hardwareressourcen orchestriert und auf physischen Systemen, in der Cloud oder als Hypervisor-Gast ausgeführt wird.

Über den Autor

Brian Smith is a product manager at Red Hat focused on RHEL automation and management.  He has been at Red Hat since 2018, previously working with public sector customers as a technical account manager (TAM).  

UI_Icon-Red_Hat-Close-A-Black-RGB

Mehr erfahren

Nach Thema durchsuchen

automation icon

Automatisierung

Das Neueste zum Thema IT-Automatisierung für Technologien, Teams und Umgebungen

AI icon

Künstliche Intelligenz

Erfahren Sie das Neueste von den Plattformen, die es Kunden ermöglichen, KI-Workloads beliebig auszuführen

open hybrid cloud icon

Open Hybrid Cloud

Erfahren Sie, wie wir eine flexiblere Zukunft mit Hybrid Clouds schaffen.

security icon

Sicherheit

Erfahren Sie, wie wir Risiken in verschiedenen Umgebungen und Technologien reduzieren

edge icon

Edge Computing

Erfahren Sie das Neueste von den Plattformen, die die Operations am Edge vereinfachen

Infrastructure icon

Infrastruktur

Erfahren Sie das Neueste von der weltweit führenden Linux-Plattform für Unternehmen

application development icon

Anwendungen

Entdecken Sie unsere Lösungen für komplexe Herausforderungen bei Anwendungen

Virtualization icon

Virtualisierung

Erfahren Sie das Neueste über die Virtualisierung von Workloads in Cloud- oder On-Premise-Umgebungen