In unseren vorherigen 3 Artikeln haben wir die Basis für ein geschütztes MCP-Ökosystem (Model Context Protocol) geschaffen, indem wir die aktuelle Bedrohungslandschaft analysiert, eine robuste Authentifizierung und Autorisierung implementiert und kritische Protokollierungs- und Runtime-Sicherheitsmaßnahmen untersucht haben. Dabei lag der Fokus darauf, wer worauf zugreifen kann und wie Sie diese Interaktionen überwachen. Nun verlagern wir den Fokus auf die physischen und virtuellen Umgebungen, in denen diese Systeme betrieben werden. 

Natürlich ist eine sicherheitsorientierte Entwicklung nur die halbe Miete. Das Deployment eines MCP-Servers mit schwachen Sicherheitsmaßnahmen kann selbst den robustesten Code wirkungslos machen. Dies zeigen aktuelle Vorfälle wie die „NeighborJack“-Angriffe, bei denen nicht authentifizierte, öffentlich zugängliche Server einfach deshalb ausgenutzt wurden, weil sie an unsichere Netzwerkschnittstellen gebunden waren. Da sich die Branche in Richtung einer hochgradig autonomen, agentischen KI entwickelt, ist der Schutz und die Sicherung von Deployments wichtiger denn je. 

In diesem Artikel erläutern wir, wie Sie mithilfe der Technologie von Red Hat – insbesondere der Containerisierung und Red Hat OpenShift – ein sicherheitsorientiertes Deployment erstellen können. Dieses nutzt Nicht-Root-Container, schreibgeschützte Dateisysteme und strikte Netzwerkrichtlinien, um Ihre MCP-Server in der Produktion effektiver zu schützen.

Schutz Ihrer Infrastruktur

Robuster Code ist zwar unerlässlich, aber der Sicherheitsstatus Ihres MCP-Servers hängt von seiner Umgebung ab. Red Hat empfiehlt, MCP-Server in Containern bereitzustellen, um die integrierte Isolation und die Sicherheitsfunktionen auf Kernel-Ebene zu nutzen. Durch die Integration von OpenShift erhalten Sie sofortigen Zugriff auf erweiterte sicherheitsorientierte Standardeinstellungen, mit denen Sie Ihr Deployment erheblich härten können. Für ein wirklich sicherheitsorientiertes MCP-Deployment sollte sich Ihre Strategie auf die folgenden 3 Kernsäulen konzentrieren:

1. Härten der Runtime-Umgebung

Um zu verhindern, dass ein Angreifer Fuß fasst, müssen Sie die Aktivitäten des Containers auf Betriebssystemebene (OS) einschränken.

  • Als Nicht-Root-Benutzer ausführen: MCP-Server sollten niemals mit Root-Berechtigungen ausgeführt werden. So stellen Sie sicher, dass ein Angreifer selbst bei der Kompromittierung eines Tools – etwa durch eine Prompt Injection – nicht auf Dateien auf Hostebene oder Geräteschnittstellen zugreifen kann.
  • Schreibgeschütztes Dateisystem erzwingen: Indem Sie das Root-Dateisystem als schreibgeschützt mounten, schützen Sie sich vor „Tool Poisoning“ und unbefugter Persistenz. Wenn Sie Schreibvorgänge auf bestimmte Verzeichnisse wie /tmp beschränken, erschweren Sie es Angreifern, das Verhalten des Servers zu ändern oder Malware einzuschleusen.
  • Gefährliche Capabilities verwerfen: Die meisten MCP-Funktionen wie API-Aufrufe oder Datei-I/O erfordern keine erweiterten Kernel-Berechtigungen. Indem Sie explizit alle Linux-Capabilities verwerfen, beispielsweise mit capDrop: ["ALL"]), verhindern Sie eine Rechteerweiterung über den Kernel.

2. Angriffsfläche minimieren

Die Reduzierung des Schadensradius einer potenziellen Kompromittierung beginnt bereits beim Container-Image selbst.

  • Minimale Basis-Images verwenden: Erstellen Sie Ihre Server auf Basis von minimalen Universal Base Images (UBI) oder Distroless-Images. Indem Sie Shells, Compiler und unnötige Dienstprogramme ausschließen, entfernen Sie genau die Tools, die Angreifende benötigen, um sich nach einer Sicherheitsverletzung lateral zu bewegen.
  • Automatisierte Scans mit Red Hat Quay: Wenn Sie Ihre Images in Quay hosten, profitieren Sie von kontinuierlichen Schwachstellen-Scans. So stellen Sie sicher, dass Ihre Python- oder Node.js-Abhängigkeiten keine bekannten Common Vulnerabilities and Exposures (CVEs) in Ihre Produktivumgebung einführen.
  • Kernel-Härtung: Auf OpenShift sollten Sie die standardmäßige Durchsetzung von SELinux beibehalten und seccomp-Profile anwenden, die den Server auf wesentliche Systemaufrufe für Netzwerk- und Dateivorgänge beschränken.

3. Netzwerkisolierung und Kontrolle des Datenverkehrs

Schließlich müssen Sie streng kontrollieren, wie Ihr MCP-Server mit dem Rest Ihrer Infrastruktur kommuniziert.

  • Zero Trust-Networking: Verwenden Sie OpenShift NetworkPolicies, um sicherzustellen, dass nur autorisierte Services – beispielsweise ein bestimmtes Agent-Gateway – Ihren MCP-Server erreichen können.
  • Geschützter Egress: Wenn Ihr Server externe APIs aufrufen muss, etwa ein Wetter- oder Datentool, sollten Sie den ausgehenden Datenverkehr nur auf diese spezifischen Domains beschränken.
  • Erweiterter Schutz: Für hochsensible Umgebungen kann Red Hat OpenShift Service Mesh Mutual Transport Layer Security (mTLS) und eine Authentifizierung pro Client bereitstellen, die dem OAuth auf Anwendungsebene eine zusätzliche identitätsbasierte Sicherheitsschicht hinzufügt.

Indem Sie über das einfache Deployment hinausgehen und diese OpenShift-nativen, sicherheitsorientierten Funktionen nutzen, schaffen Sie eine resiliente Basis, die dazu beiträgt, Ihre MCP-Tools vor externen Bedrohungen und internen Exploits zu schützen.

Zusammenfassung

Das Deployment eines MCP-Servers ist mehr als nur das Ausführen von Code. Es geht darum, einen abgesicherten Perimeter zu schaffen, der den einzigartigen Anforderungen eines KI-gesteuerten Ökosystems standhält. Wie wir in diesem Beitrag gezeigt haben, trägt die Integration von Red Hat OpenShift und Containerisierung dazu bei, die notwendigen Sicherheitsbarrieren bereitzustellen – von der Ausführung ohne Root-Rechte bis hin zu strengen Netzwerkrichtlinien –, um zu verhindern, dass Ihre Tools zu einem Sicherheitsrisiko werden. 

Behandeln Sie Ihre Deployment-Umgebung mit der gleichen sicherheitsorientierten Sorgfalt wie Ihren Quellcode. Auf diese Weise tragen Sie dazu bei, die Lücke zwischen einem funktionalen Proof of Concept und einem resilienten, produktionsbereiten Service zu schließen. Während Sie immer leistungsfähigere agentische KI-Systeme entwickeln, hilft Ihnen die Einhaltung dieser Best Practices für die Infrastruktur, sich gegen aktuelle Schwachstellen und neu entstehende Bedrohungen von morgen zu verteidigen.

Produkttest

Red Hat OpenShift AI (selbst gemanagt) | Testversion

Eine Open Source ML-Plattform (Machine Learning) für die Hybrid Cloud.

Über den Autor

Huzaifa Sidhpurwala is a Senior Principal Product Security Engineer - AI security, safety and trustworthiness, working for Red Hat Product Security Team.

 
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