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Daten-Storage

Daten-Storage hat mit den Festplattensystemen aus den Anfängen der Speichertechnologie nichts mehr zu tun. Zwar mag es diese alten Systeme hier und da immer noch geben, dann aber sind sie mit einem Netzwerk verknüpft und software-definiert, damit Sie die Art der Formatierung genau steuern können.

Was ist Daten-Storage?

Unter Daten-Storage versteht man einen Prozess der Informationstechnologie, bei dem die Bits und Bytes aller Komponenten, auf die Sie täglich bauen (von Anwendungen und Netzwerkprotokollen über Dokumente und Medien bis hin zu Adressbüchern und Benutzereinstellungen) archiviert, organisiert und geteilt werden. Daten-Storage ist eine zentrale Komponente von Big Data.

Ein Computer (oder ein Netzwerk, das einfach aus verbundenen Rechnern und Servern besteht) ist wie ein Gehirn mit Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis. Beim Gehirn wird das Kurzzeitgedächtnis vom präfrontalen Kortex gesteuert, beim Computer vom RAM.

Mit dem RAM werden alle Anfragen und Aktionen verarbeitet bzw. zwischengespeichert, die während des Rechnerbetriebs anfallen. Wie auch das menschliche Gehirn nach vielen Stunden konzentrierten Arbeitens ermüdet, lässt auch der RAM-Speicher bei einer langen Betriebszeit des Rechners nach, weil er nicht nur vergangene Ereignisse archivieren, sondern auch aktuelle Aufgaben ausführen muss.

In der Schlafphase archiviert Ihr Gehirn Ihren „Arbeitsspeicher“ im Langzeitgedächtnis, der Rechner entleert seinen RAM-Speicher im Sleep-Modus in ein Speicher-Volume (wie Festplatten, virtuelle Speichermeiden oder in einen Pool von Cloud-Storage).

Computer verteilen Daten je nach Typ an mehrere Speicher-Volumes (z. B. eines für Rich Media, ein zweites für den Browser-Cache und ein drittes für Big Data), ebenso wie Ihr Gehirn Kurzzeiterinnerungen je nach Art der Erinnerung (semantisch, räumlich, emotional oder prozedural) verteilt.

Was ist Software-Defined Storage?

Mit Software-Defined Storage (SDS), der teils Virtualisierungs-, teils Storage-Managementsoftware ist, werden die Bits und Bytes der auf der Hardware gespeicherten Daten extrahiert, ins Block-, Objekt- oder Datei-Format umgewandelt und zur Verwendung in Netzwerken organisiert.

SDS eignet sich besonders gut für Workloads, die auf unstrukturierten Daten basieren (wie Objekt- und Block-Storage-Systeme, die mit Containern und Microservices verwendet werden), weil er im Gegensatz zu hartverdrahteten Lösungen flexibel skaliert werden kann.

SDS lässt sich am besten im Vergleich mit einem traditionellen gerätebasierten Speicher erläutern. Bei letzterem werden Software und Hardware kombiniert, beim SDS aber, der mit beliebigen Industriestandardservern oder virtualisierten x86-Ressourcen funktioniert, werden diese beiden Komponenten entkoppelt. Die Vorteile für Unternehmen? Keinerlei Anbieterbindung und hohe Wirtschaftlichkeit, da Sie weitere Hardware nur noch bei höherem Kapazitätsbedarf kaufen müssen.

Was ist Cloud Storage?

Wenn eine physische Ressource wie Storage per Management- und Automatisierungssoftware virtualisiert bzw. orchestriert wird, nennt man das Cloud-Storage. Genauer gesagt, muss die Ressource zwar bedarfsorientiert über Self-Service-Portale mit automatischer Skalierung und dynamischer Ressourcenzuweisung zur Verfügung gestellt werden, aber trotzdem bilden Virtualisierung, Management und Automatisierung als die drei Eckpfeiler einer jeden Cloud-Ressource (inklusive Storage).

Cloud-Storage ist praktisch, da sich die Speicheranforderungen eines Unternehmens nicht immer genau kalkulieren lassen und die vorsorgliche Anschaffung großer Kapazitäten unnötige Kosten verursacht.

Wenn Storage als Cloud-Ressource zur Verfügung steht, können Sie Laufwerke hinzufügen oder entfernen, Hardware neu zuweisen und auf Änderungen reagieren, ohne für jede neue Initiative manuell separate Storage-Server bereitstellen zu müssen.

Wenn Ihre Systeme für Software-Defined Storage konzipiert wurden, müssen Sie keine Zeit darauf verwenden, Anwendungen umzuschreiben und zu portieren, um Storage-Services einer bestimmten Cloud zu unterstützen.

Was ist Network-Attached Storage (NAS)?

Unter Network-Attached Storage versteht man eine Speicherarchitektur, die Netzwerkdaten einfacher zugänglich macht. Dazu wird ein abgespecktes Betriebssystem in einer sogenannten Hardware-Box installiert, die mit einem gängigen Server vergleichbar ist, also Festplatten, RAM usw. enthält.

Diese als NAS-Box, NAS-Server, NAS Head oder NAS-Einheit bekannte Komponente ist für den gesamten Daten-Storage des Netzwerks, seine Organisation sowie die gemeinsame Verwendung von Funktionen zuständig.

NAS wird von Übertragungsprotokollen unterstützt, sodass Daten auf verschiedenen Geräten verwendet werden können, und verarbeitet die Storage-Anfragen des gesamten Netzwerks. Dadurch erzielt Ihr Unternehmen eine bessere Performance, Verfügbarkeit und Fehlertoleranz, und zwar in einer einzelnen, einfach zu installierenden Lösung.

Was ist Objekt-Storage?

Unter Objekten versteht man Teile von Daten, die mit Metadaten verknüpft sind, die wiederum Kontext für die im Objekt enthaltenen Bytes liefern (z. B. Alter oder Größe von Daten). Dies bedeutet, dass Objekte faktisch aus Daten und Metadaten bestehen.

Die in Objekten gespeicherten Daten sind weder komprimiert noch verschlüsselt, die Objekte selbst sind in einem sogenannten Objektspeicher (zentrales Repository mit vielen anderen Objekten) oder Container (Paket mit allen für die Ausführung der Anwendung notwendigen Dateien) angeordnet.

Objekte, Objektspeicher und Container sind im Vergleich zur hierarchischen Struktur von Datei-Storage-Systemen von Natur aus eher „flacher“ Natur, weswegen schnell und in sehr großem Umfang auf sie zugegriffen werden kann.

Objekt-Storage und Container gehen Hand in Hand: Container werden sehr häufig von Bare-Metal-Umgebungen zu Virtual Machines und von Private zu Public Clouds migriert, ein Vorgang, der sich mit den meisten Storage-Systemen einfach nicht effizient handhaben lässt.

Traditioneller Storage ist nur schwer portierbar und die Navigation von Datei-Storage auf Petabyte-Ebene ist schier unmöglich. Objekte aber speichern gerade genug Daten, damit diese rasch von der Anwendung gefunden werden können, und sind außerdem flexibel genug, um unstrukturierte Daten wie Bild- und Textdateien speichern zu können.

Was ist Datei-Storage?

Datei-Storage ist die für Direct- und Network-Attached Storage-Systeme am häufigsten verwendete Technologie. Mit Datei-Storage können Daten organisiert und optisch dargestellt werden.

Dabei werden Daten auf Server- und Client-Seite im gleichen Format angeordnet. So können Sie eine Datei mit eindeutiger ID (wie Name, Standort oder URL) anfordern, die mithilfe spezieller Datenübertragungsprotokolle ans Storage-System kommuniziert wird. Das Ergebnis: eine hierarchische Dateistruktur, die sich von oben nach unten durchsuchen lässt.

Datei-Storage wird in Schichten über dem Block-Storage angeordnet. Dadurch können Sie Daten als Dateien und Ordner anzeigen und auf diese zugreifen, auf die zugrundeliegenden Blöcke hingegen nicht.

Was ist Block-Storage?

Beim Block-Storage wird ein einzelnes Storage-Volume (wie ein virtueller oder Cloud Storage-Knoten bzw. eine herkömmliche Festplatte) in mehrere individuelle Instanzen oder Blöcke aufgeteilt.

Diese Blöcke existieren unabhängig voneinander und können mit ihrem eigenen Datenübertragungsprotokoll und Betriebssystem formatiert werden, wodurch Sie vollständige Konfigurationsautonomie erhalten.

Und da Block-Storage-Systeme nicht dieselben investigativen Dateisuchvorgänge wie auf Blöcken basierende Datei-Storage-Systeme ausführen müssen, sind sie weitaus schneller. Zusammen mit ihrer Konfigurationsflexibilität bilden sie die ideale Lösung für Raw Server Storage- oder Rich Media-Datenbanken.

Wie kann ich die Nutzung von Storage erlernen?

Genauso, wie sonst auch: durch Üben. Der Einsatz eines neuen Storage-System läuft mit dem entsprechenden Training sehr viel reibungsloser ab. Aus diesem Grund bieten wir Ihnen eine Vielzahl an geeigneten Ressourcen an. Wenn Sie denken, dass Sie sich bei Storage-Systemen sehr gut auskennen oder einfach nur wissen möchten, ob Sie über genügend Kenntnisse verfügen, um ins kalte Wasser zu springen, dann sollten Sie an diesem kleinen Storage-Quiz teilnehmen. Wenn Sie Training benötigen, suchen Sie sich ein paar der Kurse aus unserem Kursangebot für Cloud Computing, Virtualisierung und Storage aus und absolvieren Sie entweder das ganze Programm, oder nehmen Sie nur an denjenigen Modulen teil, mit denen Sie sich als Red Hat Certificate of Expertise in Hybrid Cloud Storage qualifizieren können.

Warum Red Hat?

Software-Defined Storage ist ein von sich aus offenes Konzept. Damit wird Hardware und Software entkoppelt und Anbieterbindung unnötig. Red Hat erschließt damit die nächste Dimension von Open Source. Unser Software-Defined Storage basiert auch auf Open Source und profitiert damit von einer innovativen Community aus Entwicklern, Partnern und Kunden. Dadurch können Sie exakt steuern, wie Ihr Storage entsprechend Ihren unternehmensspezifischen Workloads, Umgebungen und Erfordernissen formatiert und verwendet werden soll.

Zusätzliche Infos zum Daten-Storage

Alle Komponenten, die Sie für die Einrichtung von Unternehmens-Storage benötigen

Eine softwaredefinierte Datei-Storage-Plattform, die Hochkapazitäts- und Hochleistungsaufgaben wie Backup, Archivierung, Analyse und Virtualisierung handhabt. Sie eignet sich besonders gut für Container und Media-Streaming.

Eine softwaredefinierte Objekt-Storage-Plattform mit Schnittstellen für Block- und Datei-Storage. Sie unterstützt für Cloud-Infrastrukturen, Medien-Repositories, Backup- und Wiederherstellungssysteme sowie Data Lakes. Sie funktioniert besonders gut mit Red Hat OpenStack® Platform.

Die OpenStack Wortmarke und das Square O Design, sind, separat oder gemeinsam, Marken oder eingetragene Marken der OpenStack Foundation in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern und werden mit der Genehmigung der OpenStack Foundation verwendet. Red Hat, Inc. ist nicht mit der OpenStack Foundation oder der OpenStack Community verbunden und wird nicht durch diese unterstützt oder finanziert.

Storage hat noch viel mehr zu bieten