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Sicherheit

IT-Sicherheit und Compliance für Finanzdienstleistungen erklärt

Vor dem Beginn der Digitalisierung waren zum Schutz der Vermögenswerte und Daten der Kunden lediglich physische Barrieren und Firewalls erforderlich. Heutzutage werden Geld und die damit verbundenen Daten in Millisekunden um den Globus bewegt, oft ohne Interaktion durch den Menschen – was die Komplexität erhöht. Banken, Versicherungen und andere Finanzdienstleister müssen die Kundenbedürfnisse erfüllen und gleichzeitig Sicherheitsbedenken berücksichtigen sowie Vorschriften einhalten.

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Unternehmen der Finanzdienstleistungsbranche sind dafür verantwortlich, das Geld und die Finanzdaten ihrer Kunden zu speichern und zu verwalten. Um für die größtmögliche Sicherheit der Finanzdaten zu sorgen, müssen Vorschriften, die nahezu alle Aspekte der Branche regeln, auf europäischer, staatlicher und regionaler Ebene eingehalten werden.

Kunden können von diversen Geräten auf ihre Finanzdaten zugreifen, was ebenfalls Risiken birgt. Es ist keine leichte Aufgabe, Kundendaten vor Betrug zu schützen, behördliche Vorschriften einzuhalten und gleichzeitig die Verwendung von Finanzprodukten und -dienstleistungen immer bequemer und intuitiver zu gestalten. Zu dieser komplexen Herausforderung kommt die Anpassung an sich ständig weiterentwickelnde Bedrohungen durch Kriminelle hinzu. 

Regierungen auf der ganzen Welt reagieren auf diesen Trend, indem sie bestehende Gesetze, Vorschriften und Technologiestandards aktualisieren und neue erlassen, um einer sich schnell entwickelnden digitalen Wirtschaft Rechnung zu tragen.

Warum sind Sicherheit und Compliance so wichtig?

Der Umgang mit Geld und Daten hat sich in den letzten 20 Jahren rasant verändert. Millionen von Menschen nutzen das Internet zum Kommunizieren, Einkaufen, Arbeiten und Spielen. Unternehmen auf der ganzen Welt haben ihre Geschäftsmodelle an dieses veränderte Verbraucherverhalten angepasst. Das Internet ist eine schnelle und bequeme Möglichkeit, Informationen abzurufen, zu speichern und weiterzugeben. Dies nutzen beispielsweise Hacker aus, um Schwachstellen zu finden und für den eigenen Vorteil zu nutzen. Datenschutzverletzungen im großen Stil machen immer strengere Maßnahmen zum Schutz der Informationen notwendig. Verantwortliche für Sicherheit und Compliance im Finanzsektor stehen vor der niemals endenden Aufgabe, Hacker zu überlisten, die nach stets neuen Sicherheitslücken suchen. Dies bedeutet auch, dass kein System auf Dauer hundertprozentige Sicherheit garantieren kann. Fortschritte in der Sicherheitstechnologie, die Einführung neuer Vorschriften und ein Umdenken bei der Rolle digitaler Finanzdienstleistungen werden jedoch dazu beitragen, dass Unternehmen den Übeltätern immer einen Schritt voraus sind.

Vor welchen Herausforderungen stehen Finanzdienstleister?

Komfort- und Kundenerwartungen

Die Bankenbranche hat sich von dem stationären Betriebsmodell mit der Filiale vor Ort fast völlig verabschiedet, um den Komfort- und Funktionserwartungen von heute gerecht zu werden. Die zunehmende Digitalisierung und die Bereitschaft der Kunden, diese auch zu nutzen, sind den Regulierungsbehörden jedoch stets einen Schritt voraus. Die Banken stehen vor der Herausforderung, sich an die Kundennachfrage anzupassen und dabei Vorschriften einzuhalten, die der Realität stets hinterherhinken. Neue Akteure im Bereich Finanzdienstleistungen nutzen rasch alle Freiräume und fordern etablierte Unternehmen heraus, wettbewerbsfähig zu bleiben.

Datenschutz

Das Risiko von Datenbetrug und Verletzungen des Datenschutzes steigen immer dann, wenn der Zugriff auf digitale Informationen bequemer wird. Daten werden über viele Punkte übertragen, bevor sie ihr endgültiges Ziel erreichen, und jeder Punkt birgt ein potenzielles Sicherheitsrisiko. Mobile Anwendungen sind besonders einfache Ziele. Die App selbst und der Server, auf dem sie sich befindet, weisen möglicherweise Schwachstellen auf, die ausgenutzt werden können. Das Nutzerverhalten kann ebenfalls zum Risiko beitragen.

Regierungsvorschriften wie die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) in der Europäischen Union (EU) versuchen, viele dieser Schwachstellen zu beseitigen, selbst wenn Daten über internationale Grenzen hinweg übertragen werden.

Neuorientierung der Branche

Das Umdenken in der Finanzdienstleistungsbranche bringt zusätzliche Herausforderungen mit sich. Im Finanzsektor ist Vorsicht geboten, wenn man von einem verlässlich funktionierenden Geschäftsmodell zu einem Geschäftsmodell wechselt, das vermeintliche Risiken birgt. Verbrauchern möglichst schnell mehr Komfort zu bieten, ohne Sicherheitsrisiken zu berücksichtigen, kann katastrophale Folgen haben. Wenn jedoch Sicherheitsprozesse das Benutzererlebnis behindern, werden Kunden nach einfacheren Wegen suchen, um ihre Aufgaben durchzuführen.Die Aufrechterhaltung dieses empfindlichen Gleichgewichts ist selbst für die innovativsten und zukunftsorientiertesten Unternehmen eine gewaltige Herausforderung.

Vertrauen der Öffentlichkeit

Die Wahrnehmung der Verbraucher ist ebenso wichtig wie die Einführung von Technologien. Datenschutzverletzungen im großen Stil haben im Laufe der Jahre zu einem öffentlichen Misstrauen gegenüber allen Unternehmen geführt, die mit personenbezogenen Daten arbeiten. Vertrauen ist leicht zu verlieren und schwer wiederherzustellen. Kunden möchten die Gewissheit haben, dass ihre Informationen in sicheren Händen sind. Finanzdienstleister müssen deutlich machen, wie sie Informationen vor Cyberkriminalität und Datenverletzungen schützen, um das Vertrauen zu stärken.

Aufgeklärte Kunden

Die Aufklärung der Kunden darüber, wie sie sich schützen können, ist wahrscheinlich das wichtigste Element für Produktivität und Datensicherheit im Banksektor. Wenn Sie die Verbraucher darüber auf dem Laufenden halten, wie diese ihre Daten schützen und was im Falle eines Verstoßes zu tun ist, kann dies die Beziehung zwischen Bank und Kunde verbessern. Diese Daten ändern sich mit der Einführung neuer Technologien und Bedrohungen ständig. Wenn die Verbraucher jedoch stets darüber informiert werden, trägt dies wesentlich zu einer stabilen Kundenbeziehung bei.

Wie funktionieren Sicherheit und Compliance für Finanzdienstleistungen?

Wie die Branche der Finanzdienstleister mit Sicherheit und Compliance umgeht, hängt von mehreren Faktoren ab. Regierungen und Organisationen weltweit investieren stark in aktualisierte Sicherheits- und Compliance-Maßnahmen, um den Anforderungen der digitalen Wirtschaft gerecht zu werden. Technologische Innovationen dienen nicht nur dazu, Datenlecks zu stopfen, sondern verbessern auch den Empfang, den Zugriff, die Verarbeitung, die Verbreitung und die Speicherung von Daten. Viele der folgenden Features sind in den meisten Ländern verfügbar:

Verschlüsselung

Vertrauliche Daten durchlaufen einen Verschlüsselungsprozess. Dabei werden sie in Code umgewandelt, der nur mit dem richtigen Entschlüsselungsschlüssel entziffert werden kann. Das Verschlüsseln, Überprüfen und Entschlüsseln von Daten erfordert jedoch zusätzliche Zeit und Rechenleistung. Um die Datenverarbeitung immer mehr zu beschleunigen, aktualisieren und erweitern Banken ihre vorhandenen IT-Infrastrukturen oder implementieren neue, flexiblere und robustere Systeme für eine schnellere, leicht skalierbare Datenverschlüsselung. Der PCI DSS (Payment Card Industry Data Security Standard) spielt eine große Rolle bei der Verschlüsselung von Daten.

Multi-Faktor-Authentifizierung

Die Anmeldung mit mehreren Authentifizierungsarten ist eine beliebte Option – nicht nur auf den Websites der Finanzdienstleister. Der Nutzer gibt ein Passwort oder eine PIN ein und löst eine Anforderung zum Senden eines Codes per Textnachricht an ein zuvor registriertes Gerät aus. Der Code enthält eine Reihe zufällig generierter Zeichen, die der Nutzer eingibt, um den Anmeldevorgang abzuschließen. Dies stellt zwar einen zusätzlichen Schritt im Anmeldevorgang dar, aber verhindert effektiv den Zugang nicht autorisierter Personen. Banken in der EU sind nach der zweiten Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) verpflichtet, eine Multi-Faktor-Authentifizierung für alle Transaktionen zu implementieren, auch für Transaktionen, die über nationale Grenzen hinausgehen.

Datenspeicherung und -verteilung

Der Geltungsbereich der DSGVO erstreckt sich auch auf Länder außerhalb der EU und bestimmt die Politik von Finanzinstituten auf der ganzen Welt, wie sie Daten speichern, darauf zugreifen und sie verteilen. Das Speichern von Daten an einem Ort ist für Unternehmen keine sichere Option mehr, auch und besonders wenn sie zum Speichern digitaler Informationen auf Cloud-Services zurückgreifen. Die Konzentration auf einen einzelnen Anbieter macht die Daten für Sicherheitslücken anfällig. Die Verteilung von Storage und Funktionen auf mehrere Anbieter verringert das Risiko und erschwert den Zugriff nicht autorisierter Personen.

Künstliche Intelligenz (KI)

Transaktionen, die nicht zu einem normalen Muster passen, z. B. eine Transaktion, die ein in den USA lebender Kunde in London getätigt hat, können durch vordefinierte Algorithmen markiert werden. Wenn ein Kunde sich jedoch mehrmals im Jahr in London aufhält, markiert der Algorithmus weiterhin jede dort getätigte Transaktion, auch wenn sie legitim ist. KI kann sich selbstständig an das Kundenverhalten anpassen und die Algorithmen aktualisieren, um zu vermeiden, dass zukünftige Transaktionen, die diesem Muster entsprechen, markiert werden. KI wird auch in biometrischen Verfahren eingesetzt, bei denen Kunden anhand physiologischer Charakteristika Zugriff auf ihre Kontodaten erhalten. Finger- und Augenabdruck sowie Gesichtserkennung sind Features vieler intelligenter Geräte, und eine wachsende Anzahl von Banken bietet diese Optionen jetzt in ihren mobilen Apps an. Dies bietet eine zusätzliche Schutzebene und erschwert nicht autorisierte Zugriffe.

Optimierung des Managements von KI/ML-Anwendungen

In dieser Webcast-Reihe erfahren Sie von Experten, wie das Deployment und Lifecycle-Management von KI/ML-Anwendungen (Künstliche Intelligenz/maschinelles Lernen) vereinfacht werden, damit Sie ML-Modelle und KI-Apps schneller erstellen und freigeben können. 

Warum Red Hat?

Wir möchten, dass Sie Vertrauen haben, wenn Sie sich für eine Strategie der kontinuierlichen Sicherheit entscheiden. Das erreichen wir, indem wir Open Source-Produkte unternehmensfähig machen. Unser Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit Ihres Unternehmens zu fördern und gleichzeitig für die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen und Sicherheitsvorschriften zu sorgen.