Was ist PaaS?

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PaaS (Platform as a Service) bietet eine umfassende Cloud Computing-Plattform (Hardware, Software und Infrastruktur), die das Erstellen, Bereitstellen und Verwalten von Anwendungen durch Entwicklungsteams vereinfacht. PaaS ermöglicht Nutzenden die Entwicklung, Ausführung und Verwaltung eigener Anwendungen, ohne dass sie die üblicherweise für den Prozess benötigte Infrastruktur aufbauen und verwalten müssen.

Auch wenn PaaS-Plattformen meistens cloudbasiert sind, können sie auch in einer On-Premise-Infrastruktur ausgeführt werden. Bei gemanagten Angeboten hostet ein PaaS-Anbieter die Hardware und Software in seiner eigenen Infrastruktur und stellt diese Plattform den Nutzenden als integrierte Lösung, Lösungs-Stack oder Service über eine Internetverbindung zur Verfügung.

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Eine Kubernetes-basierte PaaS-Lösung kann als Anwendungsplattform fungieren, auf der containerbasierte Software ausgeführt, skaliert und gemanagt werden kann. Beispielsweise handelt es sich bei den Cloud Service-Editionen von Red Hat® OpenShift® um gemanagte PaaS-Angebote.

„X as a Service“ (XaaS) bezeichnet im Allgemeinen einen Service, der von einem anderen Anbieter bereitgestellt wird, damit Sie sich auf wichtige Dinge konzentrieren können, wie Ihren Code und die Beziehungen zu Ihren Kunden. Weitere XaaS-Optionen sind IaaS (Infrastructure as a Service) und SaaS (Software as a Service).

IaaS vs PaaS vs SaaS

IaaS bedeutet, dass ein Anbieter die Infrastruktur (d. h. die eigentlichen Server, das Netzwerk, die Virtualisierung und den Storage) über eine Cloud für Sie verwaltet. Die Nutzenden haben Zugang über eine API oder ein Dashboard und mieten im Wesentlichen die Infrastruktur. Die Nutzenden verwalten Komponenten wie das Betriebssystem, Anwendungen und Middleware, während der Anbieter sich um Hardware, Netzwerke, Festplatten, Storage und Server kümmert und die Verantwortung für Ausfälle, Reparaturen und Hardwareprobleme trägt.

Bei SaaS verwaltet ein Anbieter eine Anwendung für Sie. Der Anbieter kümmert sich um Software-Updates, Fehlerbehebungen und andere allgemeine Software-Wartungsaufgaben, und Sie stellen über einen Webbrowser oder eine API eine Verbindung zu ihm her. Dadurch entfällt auch die Notwendigkeit, eine Anwendung lokal auf den einzelnen Computern zu installieren.

Beschleunigte App-Entwicklung mit Red Hat OpenShift

Es gibt 2 verschiedene Kategorien von PaaS: Deployment-Modelle (die festlegen, wo sich die Infrastruktur physisch befindet und wer Zugriff darauf hat) und spezialisierte Typen (die angeben, für welches spezifische Softwareproblem die Plattform optimiert wurde).

1. PaaS-Deployment-Modelle

Deployment-Modelle bestimmen, wem die zugrunde liegende Hardware gehört und wie streng Ihre Entwicklungsumgebung isoliert ist.

  • Public PaaS: Public PaaS ist das gängigste Modell und basiert vollständig auf der gemeinsamen Infrastruktur eines Public Cloud-Anbieters. Die Nutzenden melden sich an, laden ihren Code hoch, und der Anbieter kümmert sich um alles Weitere. Bei diesem Modell tauschen Sie die granulare Kontrolle über die Datenspeicherorte und Sicherheitskonfigurationen gegen geringe Kosten und Wartungsfreiheit.
  • Private PaaS: Eine Private PaaS-Lösung bietet das gleiche reibungslose Entwicklungserlebnis wie Public PaaS, wird jedoch vollständig innerhalb der isolierten Firewall eines einzelnen Unternehmens bereitgestellt (entweder in einem On-Premise-Rechenzentrum oder in einem Private Cloud-Netzwerk). Sie bietet ein hohes Maß an Sicherheit und Compliance, aber ein internes Team ist vollständig für die Wartung der physischen Hardware und das Patching der Plattformsoftware verantwortlich.
  • Hybrid PaaS: Hybride Modelle bieten Unternehmen die Flexibilität, ihre Workflows auf öffentliche und private Bereiche aufzuteilen. So kann beispielsweise ein Unternehmen die Verarbeitung hochsensibler Daten in seiner Private PaaS-Umgebung beibehalten, bei Datenverkehrsspitzen jedoch automatisch zu einer Public PaaS-Lösung wechseln.

2. Spezialisierte PaaS-Angebote

Mit der Entwicklung des Cloud-Marktes haben sich generische PaaS-Angebote auf Nischenprodukte konzentriert, die für hochspezialisierte Entwicklungsaufgaben konzipiert sind. 

  • iPaaS (Integration PaaS): iPaaS verbindet riesige, verstreute Systeme und bildet die Basis für den Aufbau automatisierter Daten-Pipelines zwischen völlig separaten Softwareanwendungen, wie etwa die Verbindung von CRM-Daten mit einer internen Datenbank.
  • AIPaaS (Artificial Intelligence PaaS): AIPaaS konzentriert sich auf das Entwickeln, Trainieren und Bereitstellen von KI-Modellen und bietet vorkonfigurierte Cluster mit leistungsstarken GPUs, Frameworks für Machine Learning und Pipelines zur Datenbereinigung, damit Entwicklungsteams KI-Server nicht von Grund auf neu erstellen müssen.
  • cPaaS (Communications PaaS): cPaaS enthält vorgefertigte Code-Libraries, APIs und Mobilfunknetzverbindungen, damit Entwicklungsteams SMS, VoIP-Anrufe oder Videochats direkt in ihre Apps integrieren können. 
  • mPaaS (Mobile PaaS): Mit integrierten Tools speziell für Smartphones optimiert mPaaS die Entwicklung mobiler Apps.

Sie müssen sich nicht nur für einen dieser Typen entscheiden. Ein modernes Unternehmen kann seine wichtigste mobile App mit einem öffentlichen mPaaS erstellen, mit internen Servern über einen iPaaS verbinden und das gesamte IT-Ökosystem in einem Hybrid Cloud Deployment ausführen.

PaaS (Platform as a Service) wird häufig von Engineering-Teams verwendet, da es die komplexe Backend-Infrastruktur handhabt und es Entwicklungsteams ermöglicht, sich ganz auf das Schreiben von Anwendungscode zu konzentrieren. 

  • PaaS bietet eine integrierte Basis für die API-Entwicklung und -Verwaltung. Vorkonfigurierte Sicherheits-Gateways und Routing-Tools ermöglichen die sofortige Kommunikation verschiedener Softwaresysteme, ohne dass Netzwerkregeln von Grund auf neu erstellt werden müssen. Die Nutzenden mieten im Grunde genommen die Infrastruktur.
  • PaaS bildet auch die Basis für moderne DevOps- und automatisierte CI/CD-Pipelines (Continuous Integration/Continuous Deployment). Wenn Entwicklerinnen und Entwickler neuen Code übertragen, löst PaaS automatisch Test-Workflows aus, paketiert die Anwendung und stellt sie direkt in Live-Umgebungen bereit. So werden menschliche Fehler drastisch reduziert und die Bereitstellungszeiten von Tagen auf wenige Minuten verkürzt.
  • PaaS eignet sich hervorragend für das Management von Microservices und Big Data-Analysen. Da es sofort riesige Cluster von Cloud-Servern hochfahren und nach Abschluss einer Aufgabe wieder herunterfahren kann, können Unternehmen damit kurzfristige, datenintensive Analysemodelle ausführen oder einzelne Anwendungsteile (wie eine Standalone-Zahlungs-Engine) ohne komplexe manuelle Einrichtung sicher isolieren.
  • PaaS ist sehr effektiv bei der Skalierung von IoT-Deployments (Internet of Things). Da IoT Tausende von verstreuten Geräten umfasst, die ununterbrochen Echtzeitmetriken senden, bietet PaaS die skalierbaren Backend-Lösungen, die erforderlich sind, um diese riesigen Datenströme sicher zu erfassen, sie sofort zu verarbeiten und App-Warnungen auszulösen.

Zu den Vorteilen einer PaaS-Umgebung zählen, dass sie Aufgaben wie die Wartung von Servern, die Aktualisierung der Infrastruktursoftware und die Einrichtung einer benutzerdefinierten Plattform für die Anwendungsentwicklung übernimmt. Ein PaaS-Anbieter kann die Plattform hosten und die Umgebung für die Ausführung von Anwendungen bereitstellen.
 
Softwareteams können ihre Apps entwickeln und bereitstellen, ohne sich um die Wartung und Instandhaltung der zugrunde liegenden Infrastruktur kümmern zu müssen. Das ebnet den Weg für weitere Entwicklung und Innovation mit weniger Ablenkungen und reduziert gleichzeitig den Aufwand für die Einrichtung und Programmierung der Infrastruktur. PaaS ermöglicht außerdem Skalierbarkeit und eine einfache Migration, da es in einer Cloud stattfindet.

Unternehmen, die sich für PaaS-Umgebungen zur Anwendungsentwicklung entscheiden, können eine Vielzahl von Vorteilen nutzen.

  • Nutzen vorhandener Kompetenzen und Investitionen: Entwicklungsteams können auf die Betriebssysteme, Middleware, Frameworks und andere Entwicklungstools zugreifen, die sie benötigen, und die ihnen vertrauten Sprachen zum schnellen Programmieren verwenden.
  • Reduzieren der Kosten: Die Preisgestaltung von PaaS bedeutet, dass Sie für die Nutzung zahlen und nicht in große Mengen an On-Premise-Computing-Infrastruktur investieren müssen, die die meiste Zeit ungenutzt bleibt.
  • Verkürzen der Anwendungsentwicklungszyklen: Mit PaaS können Entwicklungsteams die Anwendungsentwicklung beschleunigen und die Zeit bis zum Deployment neuer Software verkürzen. Autonome Entwicklungs- und Bereitstellungsteams können mit der Plattform Geschäftsfunktionen schneller und mit weniger Koordination bereitstellen. 
  • Ermöglichen effektiver DevOps: DevOps-Strategien bringen Entwicklungs- und IT-Operations-Teams zusammen, sodass Sie Anwendungen über Continuous Delivery schnell entwickeln und bereitstellen können. Die digitale Plattform des Unternehmens kann als Schnittstelle zwischen verschiedenen Teams genutzt werden, um die Kommunikation und Zusammenarbeit zu verbessern und gleichzeitig den Bedarf an synchroner Koordination zu verringern. 
  • Aufrechterhalten von Sicherheitsmaßnahmen: Ein PaaS-Anbieter kann dazu beitragen, dass sicherheitsrelevante Entscheidungen auf einheitliche Weise getroffen werden. Cloudbasierte Services profitieren von hochqualifizierten Teams, die sich ausschließlich auf die Sicherheit konzentrieren.
  • Steigern der Produktivität: Über Self Service-Funktionen können Entwicklungsteams schnell auf die benötigten Tools und Ressourcen zugreifen. Entwicklungsumgebungen werden automatisch provisioniert, damit sich Teams auf wertschöpfende Aufgaben konzentrieren können, statt sich mit Routineaufgaben des Infrastrukturmanagements zu befassen.

Wird PaaS effektiv eingesetzt, kann es die mentale Last von technischen Mitarbeitenden verringern, die durch Bereitstellungsdruck und wachsende technische Schulden überlastet sind – 2 der vielen Hindernisse, die die Transformation behindern. Gleichzeitig können das Lernen und neue Verhaltensweisen gefördert werden.

Die Wahl eines PaaS-Anbieters ist ein Kompromiss, bei dem die Entwicklungsgeschwindigkeit gegenüber der Autonomie der Infrastruktur priorisiert wird. Für einfache Anwendungen lohnt es sich vor allem für die Geschwindigkeit. Bei großen, stark regulierten Unternehmen erzwingt der Mangel an Kontrolle normalerweise eine Migration zurück zur ursprünglichen Infrastruktur.

Bei der Auswahl einer PaaS-Lösung sollten Sie Folgendes berücksichtigen:

  • Vendor Lock-in: PaaS-Anbieter verwenden proprietäre Tools, um das Deployment zu vereinfachen. So kann eine Migration zu einer Herausforderung werden.
  • Enthaltene Features: Kann Ihre App damit erfolgreich arbeiten? Wenn Ihre App wächst und sich entwickelt und immer mehr Nutzende hinzukommen, sollten Sie sicherstellen, dass Sie problemlos mit Ihrem Anbieter skalieren können und Ihnen die benötigten Optionen zur Verfügung stehen.
  • Sicherheit und Compliance: Bei einer PaaS-Lösung befinden sich Ihre Daten und Ihr Code in einer Umgebung, die durch einen Drittanbieter gemanagt wird. Die Einhaltung strenger Branchenstandards wie HIPAA oder SOC 2 wird dadurch schwieriger. Sie sind auf die Sicherheitslage und die Zugriffskontrollen des Anbieters angewiesen.
  • Eingeschränkte Infrastrukturkontrolle: Mit einer PaaS-Lösung haben Sie möglicherweise keine Transparenz oder Kontrolle über die zugrunde liegenden Betriebssysteme, Serverkonfigurationen oder Hardwarekomponenten. Wenn Ihre Anwendung angepasst werden muss, ist PaaS möglicherweise nicht die beste Wahl.
  • Anzahl der Nutzenden: Je mehr Nutzende Sie haben und je spezifischer der Code, desto langsamer wird Ihre Anwendung ausgeführt. Und desto schwieriger wird es, wenn Sie sie von einem Serviceanbieter zu einem anderen migrieren.

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Die PaaS-Angebote von Red Hat OpenShift umfassen Red Hat OpenShift Service on AWS, Microsoft Azure Red Hat OpenShift und Red Hat OpenShift Dedicated.

Mit Red Hat OpenShift können Sie das Lifecycle Management automatisieren und so von mehr Sicherheit, maßgeschneiderten operativen Lösungen und App-Portierbarkeit profitieren. Weiterhin können Sie Entwicklungs-Workflows standardisieren, die Bereitstellung optimieren, mehrere Umgebungen unterstützen sowie Continuous Integration und automatisiertes Release-Management ermöglichen.

Red Hat OpenShift ist auch eine sicherheitsorientierte, unterstützte Kubernetes-Plattform, die Kunden, fachkundiges Training und Consulting für Kunden bietet, die weitere Unterstützung benötigen.

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