Public Cloud

Was genau ist die Public Cloud?

Die Public Cloud ist ein Pool von virtuellen Ressourcen, entwickelt aus Hardware von Drittunternehmen (die diese auch verwalten), der über eine Self-Service-Schnittstelle automatisch für mehrere Kunden bereitgestellt bzw. zugewiesen wird. Sie bietet eine effiziente Methode zur Skalierung von Workloads mit unerwarteten Bedarfsfluktuationen.

Die Trends in Sachen Cloud-Implementierung haben sich dramatisch verändert, seit Serviceanbieter wie Salesforce.com 1999, Amazon Web Services 2002 und Google Cloud Platform 2011 erstmals Public Cloud-Funktionen en masse einsetzten. Allerdings verschiebt sich die Tendenz zur Implementierung von ausschließlich Private oder Public Clouds, die sich bis 2015 gezeigt hat, immer mehr hin zu Hybrid Cloud-Umgebungen; denn diese erlauben Unternehmen, ihr eigenes skalierbares, flexibles und sicheres Portfolio zusammenzustellen.

Moderne Public Clouds werden üblicherweise nicht als Standalone-Infrastrukturlösung implementiert, sondern als Bestandteil einer heterogenen Mischung aus Umgebungen, die mehr Sicherheit und Performance, niedrigere Kosten und eine höhere Verfügbarkeit von Infrastrukturen, Services und Anwendungen bietet.

Ressourcenzuweisung

Die Cloud-Services und virtuellen Ressourcen von Mandanten werden über die Infrastruktur, Plattformen und Softwareanwendungen des Anbieters bereitgestellt.

Nutzungsvereinbarungen

Die Nutzer werden nach einem Pay-as-you-go-Modell fakturiert, einer Vereinbarung, über die sie zu jeder Zeit auf Ressourcen und Services zugreifen können.

Management

Die Mindestleistungen des Anbieters bestehen in der Wartung der Hardware für die Cloud, dem Netzwerksupport sowie der Verwaltung der Virtualisierungssoftware.


Wie funktioniert die Public Cloud?

Die Public Cloud ist wahrscheinlich die einfachste aller Cloud-Implementierungen: Kunden mit Bedarf für zusätzliche Ressourcen, Plattformen oder Services kaufen beim Public Cloud-Anbieter die benötigten Ressourcen ein, und das entweder nach Zeit oder Byte. Infrastruktur, Rechenleistung, Storage oder cloudbasierte Anwendungen werden über die Hardware des Anbieters virtualisiert, in Data Lakes zusammengefasst, mithilfe von Verwaltungs- und Automatisierungssoftware orchestriert und dem Kunden per Internet oder über eine dedizierte Netzwerkverbindung zur Verfügung gestellt.

Man kann sich das folgendermaßen vorstellen: Ebenso wie Elektrizität, Wasser und Gas ist Cloud Computing das Ergebnis einer über Jahre hinweg sorgfältig entwickelten Infrastruktur. Cloud Computing wird über Netzwerkverbindungen bereitgestellt, während Elektrizität, Wasser und Gas über Netzwerke aus unterirdischen Rohrleitungen versorgt werden.

Hauseigentümer und Mieter sind meist weder Besitzer von Wasserressourcen oder Betreiber von E-Werken noch bestimmen sie, wo das für ihre Heizung verwendete Gas herkommt. Sie gehen lediglich Vereinbarungen für diese Ressourcen ein, nutzen sie und bezahlen den Verbrauch für eine bestimmte Zeitperiode.

So oder so ähnlich verhält es sich auch mit dem Public Cloud Computing. Dem Kunden gehören weder die Storage-Lösungen, auf denen seine Daten gesichert werden, noch ist er in den Betrieb der Serverfarm mit der Hardware oder die Sicherung bzw. Verwaltung der cloudbasierten Plattformen, Anwendungen oder Services involviert. Public Cloud-Nutzer gehen lediglich Vereinbarungen für diese Ressourcen ein, nutzen sie und bezahlen den Verbrauch für eine bestimmte Zeitperiode.


Die Public Cloud in einer Hybrid-Umgebung

Die Public Cloud bietet viele Vorteile wie z. B. Betriebsausgaben (OPEX) statt Kapitalausgaben (CAPEX), die Modernisierung von Anwendungen bei begrenzten Rechenzentrumsressourcen, Zugriff auf eine große Bandbreite an Sprachen, Tools und Services, gesteigerte Agilität zwischen Entwicklungs- und Betriebsteams sowie die Bereitstellung unbegrenzter Ressourcen ohne größere Verwaltungsverantwortlichkeiten. Das soll aber nicht heißen, dass die Public Cloud keine Nachteile hat. Das Outsourcing von Daten bzw. ihre Verwaltung durch Drittanbieter bringt zahlreiche Risiken mit sich.

Aus diesem Grund entscheiden sich Unternehmen weniger für reine Public oder Private Clouds, sondern zunehmend für Hybrid-Umgebungen; denn die Vorteile der einen Lösung können helfen, die Nachteile der anderen aufzuwiegen.

Zum Beispiel: Ein Unternehmen führt all seine Arbeitslasten auf einem einzigen virtuellen Infrastruktur-Cluster aus. Dieser Cluster müsste mit voller Auslastung ausgeführt werden, was zu unzureichenden Reaktionszeiten und einer Überschwemmung der Betriebsteams mit Anrufen/Tickets von verärgerten Anwendungseigentümern führen würde. Diese Situation ließe sich durch den Rollout eines weiteren virtuellen Infrastruktur-Clusters sowie der Automatisierung des Lastausgleiches zwischen den beiden lösen. Und genau das ist der Beginn einer Hybrid-Umgebung.

Migrating clusters public cloud
Migrating cluster to cells public cloud

Dazu könnte das Unternehmen sein Infrastruktur-Portfolio mit einer privaten Infrastructure-as-a-Service oder IaaS-Cloud wie OpenStack® erweitern. Workloads, die nicht auf der virtuellen Infrastruktur ausgeführt werden müssen, könnten zu dieser privaten IaaS-Cloud migriert werden, wodurch sich Kosteneinsparungen und eine effizientere Auslastung realisieren ließen.

Um die Reaktionszeiten für weit entfernte Cloud-Nutzer zu verringern, könnte das Unternehmen dazu einige seiner Workloads in Public Clouds benachbarter Regionen platzieren. Dadurch könnte man Kosten besser kontrollieren und eine hohe Verfügbarkeit gewährleisten.

Migrating cells to regions public cloud

Zu diesem Zeitpunkt muss das Unternehmen auch Compliance und Governance in Betracht ziehen. Um Risiken identifizieren und mindern zu können, muss man wissen, welche Nutzer, Gruppen, Daten, Anwendungen und Pakete auf den Systemen der Hybrid-Umgebungen residieren. Dies wiederum wirft eine Reihe von Fragen auf:

  • Wie lassen sich Legacy-Workloads mit der Public Cloud integrieren?
  • Welche Disaster Recovery-Pläne werden für auf einer Public Cloud gehostete Workloads und Daten benötigt?
  • Wie sieht die Integrationsstrategie aus?
  • Welche sind die langfristigen Kosten in Bezug auf die Public Cloud?
  • Welche Auswirkungen hat eine Public Cloud auf die Compliance?

Angesichts der vielen Workloads in so vielen Umgebungen muss das Unternehmen einen der wichtigsten Aspekte des Cloud Computings nutzen: die Management- und Automatisierungstechnologie. Durch die systematische Identifizierung und automatische Migration von Workloads (ein normalerweise manuell ausgeführter Prozess) können Unternehmen Zeit und Kosten sparen. Ein Cloud Management- und Automatisierungstool mit Transparenz für Workloads über viele Umgebungen hinweg bietet dem Unternehmen ausführliche Infos zu Nutzern, Daten und Paketen, und zwar egal wo sie ausgeführt werden.

Die Public Cloud hat ihre Vorteile, die zum Großteil im Rahmen eines umfassenden Hybrid Cloud-Portfolios realisiert werden können.


Public Cloud-Sicherheit

Die Implementierung einer Public Cloud bedeutet, dass Organisationen die gleichen Ressourcen, Plattformen und Services verwenden, ohne sich darüber Gedanken machen zu müssen, wo Daten gespeichert bzw. wie sie gesichert werden. Zwar stellt dies kein großes Problem für Verbraucher mit risikoarmen Unternehmensfunktionen dar, allerdings gelten in manchen anderen Branchen strikte Datenschutz-, Sicherheits- und Compliance-Richtlinien.

Nicht der Besitzer oder Verwalter von Systemen zu sein, die Unternehmensdaten, -Services und -funktionen beherbergen, birgt inhärente Risiken. Manche Anbieter von Public Clouds behalten sich das Recht auf die Daten der Hosting-Hardware vor, andere wiederum implementieren sehr viel striktere Anforderungen. Und auch wenn diese Vereinbarungen explizit in Verträgen ausgelegt sind, gestaltet sich der Nachweis der Compliance als schwierig, wenn man keine Kontrolle über den Prozess hat.

Die Sicherheit hat für alle Unternehmen, die eine Public Cloud in Betracht ziehen, mit die oberste Priorität. Dieses Problem lässt sich mit einer Hybrid Cloud-Umgebung ausräumen, die sensible Workloads auf privaten Servern (inklusive von Sicherheitsprotokollen, die ein Public Cloud Provider nicht bieten oder gewährleisten kann) schützt, während alle weniger sensiblen in der Public Cloud residieren. Letztlich sind es die Vielfalt Ihres Cloud-Portfolios, die Stärke Ihrer Verschlüsselungsprotokolle und das Ausmaß Ihrer Disaster Recovery-Richtlinien, die den größten Einfluss auf Ihre Sicherheitsrisiken in Bezug auf die Cloud haben.


Warum Red Hat?

Weil die Mehrheit aller Unternehmen es sich nicht leisten kann, ihre komplette Geschäftstätigkeit einer einzelnen Umgebung, egal ob einer Public oder einer Private Cloud, anzuvertrauen. Aber selbst in einer Hybrid-Umgebung darf es nicht sein, dass sich Ihre Entwickler bei Workload-Migrationen mit einem Mangel an Kompatibilität zwischen APIs und Frameworks auseinandersetzen müssen. Sie müssen sich sicher sein können, dass ihre Anwendungen überall auf identische Art und Weise ausgeführt werden können.

Wenn Ihre Hybrid Cloud-Strategie die Public Cloud integriert, dann nutzen Sie unser Partnersystem aus über 400 Red Hat® Certified Cloud- und Service-Anbietern, darunter viele der im Gartner Magic Quadrant for Cloud Infrastructure-as-a-Service ausgezeichneten Unternehmen. Unsere Open Source-Software ist auf optimale Skalierbarkeit, Flexibilität und Effizienz ausgelegt, will heißen, Sie können beliebige Apps in beliebigen Umgebungen oder Clouds ausführen. Es ist genau diese Einheitlichkeit, die erfolgreiche Hybrid-Umgebungen ausmacht und es Ihnen ermöglicht, die für Sie am besten geeignete Cloud-Strategie jederzeit und überall zu implementieren.

Wir möchten Sie dabei unterstützen, Ihre aktuellen Vermögenswerte optimal auszuschöpfen und vertrauensvoll in Anwendungen der Zukunft investieren zu können, die überall ausgeführt werden können. Ein guter Start ist die Integration eines stabilen Open Source-Systems für Ihre gesamte Cloud.

Die Cloud bietet eine Vielzahl weiterer Einsatzmöglichkeiten