Was ist Patch Management?

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Patch Management bezeichnet den Prozess des Identifizierens, Testens und Installierens von System-Updates, um Fehler zu beheben, Sicherheitslücken zu schließen und die Stabilität sowie die Geschwindigkeit von Betriebssystemen und Anwendungen zu optimieren. 

Patchen ist – neben Software-Updates und der Neukonfiguration von Systemen – ein wichtiger Bestandteil des Lifecycle Managements von IT-Systemen und des Schwachstellenmanagements. Es ist entscheidend für das schnelle Beheben von Schwachstellen, bevor diese ausgenutzt werden können. In kleinem Umfang lassen sich Patches manuell managen. Doch in einer komplexen Hybrid Cloud-Umgebung erfordern bewährte Sicherheitspraktiken ein automatisiertes Patchen.

Durch automatisiertes Patch Management im Rahmen eines koordinierten, einheitlichen Prozesses können Sie Sicherheitslücken schließen und für Compliance sowohl in Linux®- als auch in Microsoft Windows-Umgebungen sorgen.

Bei Patches handelt es sich um neuen oder aktualisierten Code – oft zur Definition der Konfiguration –, der bestimmt, wie sich ein Betriebssystem, eine Plattform oder eine Anwendung verhält. Sie werden normalerweise nach Bedarf veröffentlicht, um Fehler im Code zu korrigieren, Schwachstellen zu beheben, die Performance vorhandener Funktionen zu verbessern oder neue Features zur Software hinzuzufügen. Bei Patches geht es nicht um neu kompilierte Betriebssysteme, Plattformen oder Anwendungen. Sie werden immer als Updates für bereits vorhandene Software veröffentlicht.

Patch Management umfasst jedoch mehr als nur die Verfügbarkeit dieser Updates; es handelt sich um einen strategischen Prozess, bei dem diese identifiziert, priorisiert und überprüft werden. Ein effektives Management sorgt dafür, dass die richtigen Patches zur richtigen Zeit auf die richtigen Systeme angewendet werden. So lässt sich verhindern, dass die Abhilfe versehentlich kritische Geschäfts-Workflows unterbricht oder zu Systeminstabilität führt.

IT-Systemadministrationsteams nutzen Patch Management als Tool gegen Cyberangriffe, Sicherheitsverletzungen und Malware – Schwachstellen, die durch neue Bedrohungen, veraltete oder fehlende Patches sowie Fehlkonfigurationen des Systems verursacht werden. Durch das zentrale Management ihrer Strategie können Unternehmen die Compliance ihres gesamten Inventorys überwachen. So bleibt kein einziges Endgerät für Angriffe anfällig.

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Das Patchen ohne einen klar definierten Patch Management-Prozess kann zu Chaos führen. 

IT-Umgebungen in Unternehmen können oft Hunderte von Systemen enthalten, die von großen Teams betreut werden. Dies wiederum erfordert Tausende von Sicherheits-Patches, Bug Fixes und Konfigurationsänderungen. Selbst mit einem Scan-Tool ist das manuelle Durchsuchen von Datendateien zum Identifizieren von Systemen, Updates und Patches mühsam. 

Mit Patch Management-Tools lassen sich übersichtliche Berichte generieren, aus denen hervorgeht, welche Systeme, Anwendungen und Ressourcen gepatcht sind, gepatcht werden müssen und nicht den Sicherheitsstandards entsprechen.

So vereinfacht Red Hat Satellite das Patch Management

Das Implementieren einer konsequenten Patch Management-Richtlinie erfordert Planung. Sie können jedoch Patch Management-Lösungen mit Automatisierungssoftware kombinieren, um das Konfigurieren und Patchen präziser zu gestalten, menschliche Fehler zu reduzieren und Ausfallzeiten zu begrenzen. Ein moderner Ansatz für das Patch Management unter Linux nutzt Automatisierung als kontinuierliche Monitoring-Schleife. So bleiben die Systeme einsatzbereit, sodass sich Schwachstellen sofort nach ihrer Erkennung beheben lassen.

Durch Automatisierung sparen IT-Teams viel Zeit bei sich wiederholenden Aufgaben wie dem Erkennen von Sicherheitsrisiken, Testen von Systemen und Bereitstellen von Patches auf Tausenden von Endgeräten. Durch Reduzieren dieser zeitaufwendigen, manuellen Prozesse werden Ressourcen freigesetzt, sodass Teams proaktivere Projekte priorisieren können.

Mithilfe automatisierter Workflows können Sie zudem wichtige Aufgaben vor und nach dem Patchen integrieren, wie beispielsweise das Erstellen von Snapshots, das Verwalten von ITSM-Tickets (IT-Servicemanagement) und das Generieren von Infrastrukturberichten. In komplexen Umgebungen, in denen voneinander abhängige Server Anwendungen unterstützen, ist Automatisierung für das Orchestrieren von Neustarts in der richtigen Reihenfolge unerlässlich. Dadurch bleiben Ihre Services verfügbar und Ihre Systeme stabil, ohne dass Technikteams manuell eingreifen müssen. 

Best Practices beim Patch Management

Nicht gepatchte und veraltete Systeme können zu Compliance-Problemen und Sicherheitsrisiken führen. Zwar erkennen Sicherheitsteams diese Schwachstellen oft frühzeitig, doch besteht die Herausforderung darin, wie lange die manuelle Bereitstellung einer Korrektur im gesamten Unternehmen dauert. Um Probleme schneller zu erkennen und zu beheben, benötigen Sie einen gründlichen Identifizierungsprozess und eine Möglichkeit zur Automatisierung in großem Umfang. 

Identifizieren Sie Systeme, die nicht konform, fehleranfällig oder nicht gepatcht sind. Scannen Sie die Systeme täglich.

Installieren Sie Patches regelmäßig, da diese in der Regel mindestens einmal im Monat veröffentlicht werden.  

Priorisieren Sie Patches basierend auf ihren potenziellen Auswirkungen. Berücksichtigen Sie Risiken, Performance und zeitliche Aspekte.

Testen Sie Patches, bevor sie in der Produktivumgebung bereitgestellt werden.

Bei der Patch-Strategie sollten auch Cloud- und Container-Ressourcen berücksichtigt werden, die basierend auf Basis-Images bereitgestellt werden. Sorgen Sie dafür, dass die Basis-Images den unternehmensweiten Sicherheitsrichtlinien entsprechen. Wie bei physischen und virtualisierten Systemen sollten Sie Basis-Images regelmäßig scannen und patchen. Wenn Sie ein Basis-Image patchen, erstellen Sie sämtliche Container und Cloud-Ressourcen, die auf diesem Image basieren, neu und stellen sie erneut bereit.

Die meisten Unternehmen verwalten eine Mischung aus Betriebssystemen und Toolsets, um Patches manuell zu installieren. Erschwerend kommt hinzu, dass Linux- und Windows-Administrationsteams oft mit unterschiedlichen Tools und Terminologien arbeiten. Diese Diskrepanz kann zu menschlichen Fehlern führen und die Bereitstellung wichtiger Sicherheitskorrekturen verzögern. 

Mit Red Hat® Ansible® Automation Platform lassen sich diese Hindernisse überwinden, da Sie einen einzigen, wiederholbaren Workflow erstellen können, der das Patch Management für Linux- und Windows-Umgebungen in einem einzigen Arbeitsbereich automatisiert. 

Wenn Sie Patches als Code behandeln, schaffen Sie eine einheitliche Pipeline, die für eine vorhersehbare Ausführung sämtlicher Automatisierungen sorgt. Unabhängig davon, ob sich Ihre Server On-Premise oder in einer Cloud-Umgebung befinden, können Sie mit Ansible Automation Platform Workflows erstellen, die automatisch folgende Aufgaben ausführen:

  • Erfassen von Inventory der einzelnen gemanagten Server
  • Klassifizieren von Hosts nach Betriebssystem, Umgebung und Wartungsfenster
  • Anwenden von Patches mit integrierten Sicherheitsprüfungen
  • Prüfen des Erfolgs durch Generieren eines Compliance-Berichts 

Übernehmen Sie mit Red Hat Ansible Automation Platform die Kontrolle über das Patchen auf Linux- und Microsoft Windows-Systemen. Dauer des Videos: 3:21.

5 Schritte zum Patchen von Betriebssystemen mit Ansible Automation Platform

Red Hat stellt das erforderliche Fachwissen und die notwendigen Tools bereit, um das Patchen von einer reaktiven Routineaufgabe in eine automatisierte Strategie zu transformieren. 

Red Hat Ansible Automation Platform

Red Hat Ansible Automation Platform bietet eine skalierbare, unternehmensgerechte Lösung für ein konsistentes und wiederholbares Patch Management. So können Sie den gesamten Patch Management Lifecycle – vom Scannen nach Schwachstellen bis hin zum abschließenden Neustart – auf koordinierte und einheitliche Weise sowohl in Red Hat Enterprise Linux- als auch in Windows-Umgebungen automatisieren.

Ansible Content Collections

Mit Ansible Content Collections können Sie schnell konsistente Patch Workflows für Linux- und Windows-Systeme entwickeln – unabhängig davon, ob diese in On-Premise-, Cloud- oder Edge-Umgebungen ausgeführt werden. 

Ansible Playbooks

Ansible Playbooks sind Aufgabenlisten, die automatisch für Ihr angegebenes Inventory oder bestimmte Gruppen von Hosts ausgeführt werden. Mit Ansible Playbooks können Sie benutzerdefinierte Infrastrukturberichte generieren und umfassende Erkenntnisse gewinnen, während Sie Patches in großem Umfang installieren. 

Event-Driven Ansible

Event-Driven Ansible bietet Funktionen zur Ereignisverarbeitung, um zeitaufwendige Aufgaben zu automatisieren und auf sich ändernde Bedingungen zu reagieren. Durch die Kombination von Event-Driven Ansible mit Red Hat Lightspeed (früher Red Hat Insights) können Sie Sicherheitsprobleme beheben, bevor sie zu einem Problem für Ihr Red Hat Ökosystem werden, indem Patches automatisch ausgelöst werden, sobald Schwachstellen gemeldet werden. Dadurch entfällt die Notwendigkeit manueller Eingriffe. Außerdem lässt sich so sicherstellen, dass Sicherheitsregeln konsistent angewendet werden, unabhängig davon, ob Sie einen einzelnen Server oder eine komplexe, mehrschichtige Anwendungsumgebung patchen.

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