Edge Computing

Was ist Edge Computing?

Edge Computing ist Computing, das nahe am physischen Standort des Nutzers oder der Datenquelle stattfindet. Indem Rechendienstleistungen näher an diesen Standorten platziert werden, profitieren die Nutzer von beschleunigten zuverlässigeren Services und Unternehmen von der Flexibilität des Hybrid Cloud Computing. Edge Computing ist einer der Methoden, mit der ein Unternehmen einen gemeinsamen Pool an Ressourcen über eine Vielzahl an Standorten verteilen kann.


Warum ist Edge Computing so wichtig?

Ein Beispiel für Edge Computing aus dem täglichen Leben ist der Einsatz virtueller und erweiterter Realität (Augmented Reality). Diese Funktionen werden nicht selten durch unzureichende Bandbreiten und hohe Latenzzeiten eingeschränkt. Dabei kommt es häufig vor, dass Menschen, die diese Technologien nutzen, Verzögerungen bei der Rechenleistung bemerken, wenn diese den Ablauf der Computeranwendung stark beeinträchtigen. Mit Edge Computing können rechenintensive Teile der Rendering Pipeline in die Cloud verlagert werden, wodurch sich solche Probleme vermeiden lassen. Die gleichen Prozesse werden auch in das Internet of Things (IoT) integriert, beispielsweise in intelligente Autos. Man stelle sich vor, was passiert, wenn bei der Verarbeitung von Richtungsinformationen plötzlich Latenzzeiten auftreten. Im Idealfall sollte das Auto (oder ein anderes IoT-Gerät) Daten und Entscheidungen so weit wie möglich in Echtzeit verarbeiten und/oder treffen.

Zu den weiteren Vorteilen des Edge Computing zählt die Fähigkeit, vor Ort riesige Datenanalysen und -aggregationen vorzunehmen, was die Grundvoraussetzung für Entscheidungen in Fast-Echtzeit ist. Dazu lässt sich damit das Risiko der Offenlegung vertraulicher Daten reduzieren, indem die gesamte Rechenleistung lokal verwendet wird. Dadurch erhalten Unternehmen die Möglichkeit, die Verbreitung von Informationen (wie Handelsgeheimnisse) besser zu kontrollieren oder Richtlinien (wie die DSGVO) zu erfüllen.

Schließlich und endlich profitieren Unternehmenskunden auch von der hohen Widerstandsfähigkeit des Edge Computing bzw. den damit verbundenen niedrigen Kosten. Indem Rechenleistung lokal verarbeitet wird, können regionale Standorte fortlaufend unabhängig vom Hauptstandort arbeiten, und zwar auch, wenn dieser ausfallen sollte. Die Kosten für die Übertragungsbandbreite Ihrer Daten zwischen Haupt- und Regionalstandorten reduzieren sich außerdem beträchtlich, wenn die Rechenleistung näher an der Quelle genutzt wird.


Was sind die Vorteile des Edge Computing?

Traditionell diente das Cloud Computing in der Hauptsache dazu, Services über einige große Rechenzentren bereitzustellen. Dadurch konnten Ressourcen optimal skaliert und effizienter gemeinsam verwendet werden, während Kontrolle und Unternehmenssicherheit gewährleistet wurden.

Mit dem Edge Computing wird der Fokus nun auf diejenigen Fälle gerichtet, die vom zentralisierten Ansatz des Cloud Computing nicht durchgehend profitieren, und zwar nicht selten aufgrund von Netzwerkanforderungen und anderen Beschränkungen. Bei diesem Konzept konzentriert sich alles auf verschiedene kleinere Computing-Standorte, wodurch sich Netzwerkkosten senken, Bandbreitenbeschränkungen vermeiden, Übertragungsverzögerungen und Serviceausfälle einschränken und Bewegungen vertraulicher Daten besser kontrollieren lassen. Lastzeiten werden um Hunderte von Millisekunden reduziert, und die Bereitstellung von Online-Services näher am Nutzerstandort ermöglicht den Einsatz sowohl von dynamischen als auch statischen Caching-Funktionen.

Für den Endbenutzer bedeutet das eine schnellere und konsistentere Erfahrung. Unternehmen und Service-Anbieter dagegen profitieren von hochverfügbaren Apps mit niedrigen Latenzzeiten und einer Überwachung in Echtzeit.


Was sind die Herausforderungen des Edge Computing?

Edge Computing kann sich speziell bei einer stark verteilten Skalierung als problematisch erweisen:

  • Die horizontale Skalierung an viele kleine Standorte kann komplizierter sein, als wenn einem einzelnen Hauptrechenzentrum die entsprechende Kapazität hinzugefügt wird. Der Mehraufwand für die physischen Standorte wird dann speziell für kleinere Unternehmen zum Problem.
  • Edge Computing-Standorte sind üblicherweise weit entfernt, und in der Regel sind nur wenige oder gar keine technischen Experten vor Ort. Wenn also ein Problem auftritt, muss eine Infrastruktur vorhanden sein, die auch von technisch wenig versierten Kräften behoben und fortlaufend von einer kleinen Gruppe Experten zentral an einem anderen Standort verwaltet werden kann.
  • Standortmanagement-Operationen müssen an allen Edge Computing-Standorten auf einfachste Weise reproduziert werden können. Nur so können die Verwaltung vereinfacht, Probleme effizient behoben und unterschiedlich implementierte Softwarekonfigurationen an verschiedenen Standorten verhindert werden.
  • Zwar bietet Edge Computing eine bessere Kontrolle des Informationsflusses, da die Daten geographisch beschränkt sind, auf der anderen Seite aber ist die physische Sicherheit des Standorts zumeist nicht ausreichend. Dadurch erhöht sich das Risiko von böswilligen Angriffe oder Unfällen (wie z. B. Kabel als Stolperfallen).

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